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Wegberg
Schauspieler in Höchstform

Wegberg: Schauspieler in Höchstform
Eine der witzig-turbulenten Szenen aus der neuen Inszenierung der Schwalmbühne mit Toni Röttinger (r.) als Ehemann und Hausmeister Roger Honisch. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Viele Personen-Konstellationen und einige Verwechslungen führen zu einem lustigen Durcheinander auf der Bühne. Hatte die Erbtante wirklich das Chaos ausgelöst? Premiere des neuen Stücks der Schwalmbühne Harbeck. Von Nicole Peters

Kündigt sich die Erbtante an, steht die eigene Existenz auf dem Prüfstand. Partner, Wohnverhältnisse und Einkommen interessieren voraussichtlich die Verwandte, die sich in Zukunft für großzügiges Vererben entscheiden könnte. Da kommt Spannung auf.

So geschehen in der Komödie "Reine Nervensache" - ein traumatisches Erlebnis des Autors Wolfgang Binder - die elf Darsteller der "Schwalmbühne Harbeck" bei der Premiere im Forum auf die 18 Meter lange Bühne mit entsprechend großzügigem Bühnenbild brachten. Einige Aufmerksamkeit verlangt das Stück den begeisterten Zuschauern ab, die schnell wechselnde Personen-Konstellationen und eine Menge Verwechslungen geboten bekamen. Wer letztendlich für das jecke Durcheinander verantwortlich war, soll aufgrund weiterer Aufführungen nicht verraten werden.

Im Mittelpunkt steht das frisch vermählte Paar Matthias (Toni Röttinger) und Marion Hansen (Nadine Kosak). Er Schriftsteller und auf dem Weg zur Buchmesse, sie dazu bereit, die Erbtante (Ulrike Kotlowski) zu empfangen. Kleines Problem dabei ist, dass der auf geistiger Sparflamme lebende Lümi (Tobias Geiser) den abwesenden Ehemann ersetzen soll. Dabei mischen Raumpflegerin (Helga Rögels), Obergerichtsvollzieher (Walter Kotlowski), Harry Jungnickel (Alfred Uschmann-Kamps), Hausmeister (Roger Honisch) und Briefträger (Birgit Röttinger) das Geschehen in der gut bevölkerten Wohnung auf. Besonderen Unterhaltungswert haben die immer wechselnden Dialogpartner.

Köstlich mitzuerleben und Auslöser für viel Gelächter ist das Schwiegerelternpaar (Nadine Hörter, Matthias Kosak): er mit schwach ausgeprägter eigener Meinung und sie mit herrischem Ton die Richtung angebend. Mit dem Obergerichtsvollzieher erlaubt er sich eine erholsame "volle" Auszeit, deren schwankenden Auswirkungen sie genüsslich übertrieben darstellen. Viel verbalen und emotionalen Sprengstoff enthalten zudem die Gespräche zwischen ruppiger Schwiegermutter und Erbtante, die Erstere jedoch für die Putzfrau hält. Dazwischen glänzt Lümi mit wenig intelligenten Einwänden und offener Sympathie für die gebeutelte Ehefrau, die versucht, Überblick im Chaos zu behalten.

Sichtbarer Aktionsraum ist das unaufgeräumte Wohnzimmer, von dem fünf Türen in weitere Räume führen und in denen sich jeweils Personen aufhalten. Das Team Bühnenbau um Harry Rögels in Zusammenarbeit mit der Senioren-Truppe hat hier gute Arbeit geleistet.

Für die Technik sind Dirk Decken, Dirk Hörter und Simon Noethlichs verantwortlich und die Requisiten betreut Ingrid Kosak, die mit Marion Jäger und den "M2K Friseuren Kohlen" auch die Maske übernahm. Zum weiteren Verlauf der Geschichte, deren Regie in den erfahrenen Händen von Gaby Braun lag, sei nur soviel verraten, dass das Ende sehr unerwartet ist.

Die Benefiz-Aufführung am morgigen Donnerstag, ab 17.30 Uhr, und allen weiteren Aufführungen am Freitag, Samstag und Sonntag im Forum sind bereits restlos ausverkauft.

Quelle: RP
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