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Heparin gespritzt
Krankenschwester in der Toskana soll 13 Patienten getötet haben

Krankenschwester in der Toskana soll 13 Patienten getötet haben
Carabinieri Gennaro Riccardi präsentiert das Mittel, das den Opfern gespritzt worden sein soll. FOTO: dpa, dc ase
Livorno. Italien ist geschockt: Eine Krankenschwester soll mehr als ein Dutzend ihrer Patienten mit Medikamenten umgebracht haben - in weniger als zwei Jahren. 

Eine italienische Krankenschwester wird verdächtigt, in einem Krankenhaus in der Toskana 13 Patienten vorsätzlich getötet zu haben. Die 55-Jährige, die am Donnerstag festgenommen wurde, soll ihren Opfern in den Jahren 2014 und 2015 eine erhöhte Dosis des Wirkstoffs Heparin gespritzt haben. Dieser sorgt dafür, dass das Blut langsamer gerinnt. Teilweise sei im Blut der Toten die zehnfache Menge der vorgeschriebenen Dosis gefunden worden, teilte die zuständige Spezialeinheit der Carabinieri (NAS) mit. Heparin in solchen Mengen kann zu schweren inneren Blutungen führen.

Patienten zwischen 61 und 88 Jahre alt

Die zwischen 61 und 88 Jahre alten Patienten lagen alle auf der Intensivstation einer Klinik in Piombino in der Nähe der Stadt Livorno und wurden wegen unterschiedlicher Krankheiten behandelt. Keiner von ihnen hatte den Angaben zufolge in Lebensgefahr geschwebt. Heparin gehörte bei den meisten der Patienten nicht zu den verschriebenen Medikamenten. Unter den Opfern seien sowohl Männer als auch Frauen, hieß es.

Die Krankenschwester, die ursprünglich aus Ligurien stammt und seit Anfang der 1980er Jahre in der Toskana lebte, sei unter dem Vorwurf des vorsätzlichen Mordes in ein Gefängnis in Pisa gebracht worden.
Sie habe 20 Jahre lang auf der Intensivstation gearbeitet, bevor sie im Oktober vergangenen Jahres auf eine andere Station versetzt worden sei. Sie habe an Depressionen gelitten und sei deswegen bei einem Spezialisten in Behandlung gewesen.

"Schrecklicher Einzelfall"

Der Gouverneur der Region Toskana, Enrico Rossi, warnte davor, nun das gesamte Gesundheitswesen des Landes für die Tat verantwortlich zu machen. Falls der Verdacht sich bestätige, handele es sich um einen schrecklichen Einzelfall. Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin erklärte, der Horror habe eine neue Dimension erreicht. Menschen, die so etwas täten, verstießen gegen jegliche medizinische Ethik, die ganz auf das Wohl der Patienten ausgerichtet sei.

(dpa)
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