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Behörden befürchten neue Unruhen
Weitere Festnahmen nach Protesten in Ferguson

Schüsse am Todestag von Michael Brown
Schüsse am Todestag von Michael Brown FOTO: afp, so/pr/lwc
Ferguson. Ein Jahr nach dem Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown flammt die Gewalt in der US-Stadt Ferguson wieder auf. Polizisten wurden in der Nacht zu Dienstag mit Wasserflaschen und Müll attackiert.  Die Polizei reagierte mit Härte.

Auch nach der Ausrufung des Notstands wegen Gewaltausbrüchen ist die Stadt Ferguson im US-Staat Missouri nicht zur Ruhe gekommen. Am Montagabend (Ortszeit) versammelten sich Hunderte Menschen mit Protestplakaten zu einer Demonstration. Eine Gruppe lief entgegen den Aufforderungen der Polizei auf einer Hauptstraße und blockierte den Verkehr. Einige warfen Wasserflaschen und Müll auf Polizisten. Andere forderten sie auf, das bleiben zu lassen. Die Beamten nahmen Dutzende Personen fest.

Im Laufe der Nacht löste sich die Protestversammlung weitgehend auf. Auch die Polizei zog große Teile ihrer Einsatzkräfte zurück. Als ein Polizist Pfefferspray einsetzte, wurde ein Videojournalist der Nachrichtenagentur AP getroffen. Schüsse fielen nicht.

Ferguson: Hunderte bei Trauerfeier für Michael Brown FOTO: dpa, rc pt

Der Bezirk St. Louis County hatte am Montag den Notstand ausgerufen, nachdem ein junger Afroamerikaner im Anschluss an eine Gedenkveranstaltung für den vor einem Jahr getöteten schwarzen Jugendlichen Michael Brown von Polizeischüssen schwer verletzt worden war.

Die Polizei erklärte, der Jugendliche habe auf eines ihrer Fahrzeuge geschossen. Die Polizisten hätten zurück gefeuert. Der Vater des Jugendlichen nannte das einen "Haufen Lügen". Sein Sohn sei ein Freund Michael Browns gewesen und habe nach Zusammenstößen bei der Gedenkveranstaltung die Polizei um Hilfe bitten wollen, sagte er der Nachrichtenagentur AP.

Washington: Tausende protestieren gegen Polizeigewalt FOTO: afp, cs/kg

In St. Louis warfen Demonstranten vor einem Gerichtsgebäude der Polizei rassistische Methoden vor und forderten eine entschiedenere Reaktion der Regierung. Rund 50 Protestler wurden festgenommen, als sie den Zugang zu dem Gebäude versperrten, darunter der bekannte Bürgerrechtler und Universitätsprofessor Cornel West.

(ap)
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