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Emotionales Wiedersehen vor US-Gericht
Weinender Angeklagter erkennt in Richterin seine Klassenkameradin

Miami. Wie unterschiedlich die Lebenswege von Klassenkameraden verlaufen können, zeigt ein Fall aus den USA. Vor einem Gericht in Miami treffen sich Mindy Glazer und Arthur Booth erstmals nach mehr als 30 Jahren wieder – sie ist Richterin, er ist Angeklagter.

Es ist nur ein kurzes Lächeln, dass sowohl Richterin Glazer als auch dem Angeklagten übers Gesicht huscht. Als sie ihn fragt, ob er zur Nautilus Middle School (in Miami im US-Bundesstaat Florida) gegangen sei, erkennt Booth seine ehemalige Klassenkameradin wieder. Während er in Tränen ausbricht, ist sie ob der Entwicklung des Afro-Amerikaners fassungslos.

In den 80er Jahren waren die beiden zusammen zur Schule gegangen. "Er war das netteste Kind in der Schule", sagt sie, während er kaum noch zuhören kann, sondern vor Scham fast im Boden versinkt. Den Mann, der aus dem Jungen geworden ist, duzt sie nun nicht mehr. "Mister Booth, es tut mir leid für Sie", sagt sie. "Ich hoffe, dass Sie ihren Weg ändern können."

Dann lächelt sie doch noch einmal kurz. "Es ist traurig, wie alt wir geworden sind", sagt sie, während er immer noch nur "Oh mein Gott" sagen kann – immer und immer wieder. "Ich hoffe, dass Sie aus der Sache rauskommen und es möglich ist, dass Sie ein gesetzmäßiges Leben leben können." Immer habe sie sich gefragt, was wohl aus ihm geworden ist. Nun weiß sie es: Booth war wegen Einbruchs, Diebstahls und Flucht vor der Polizei angeklagt.

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(spol)
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