Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) soll sich durch Banküberfälle finanziert haben. Der rechtsextremen Terrororgruppe werden nach bisherigem Stand 14 Überfälle in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen zugeordnet. Nach früheren Angaben der Ermittler betrug die Beute schon bei den ersten zwölf Raubzügen etwa eine halbe Million Euro. Eine Chronologie der Raubüberfälle:
6. Oktober 1999: In Chemnitz erbeuten Räuber bei einem Überfall auf eine Postfiliale mehrere 1000 D-Mark.
27. Oktober 1999: Beim Raubzug auf eine andere Postfiliale in Chemnitz entkommen die Täter mit mehreren 10 000 D-Mark.
30. November 2000: Ebenfalls mehrere 10 000 D-Mark erbeuten Unbekannte beim Überfall auf ein drittes Postamt in Chemnitz.
5. Juli 2001: Ortswechsel: In einem Postamt in Zwickau erzwingen zwei mit Pistolen bewaffnete Männer die Öffnung des Tresors und erbeuten 75 000 D-Mark. Ein zufällig vorbeikommender Kunden wird mit Reizgas verletzt.
25. September 2002: Mit der gleichen Masche erbeuten zwei Täter in einer Sparkasse in Zwickau 48 000 Euro. Reizgas wird diesmal nicht nur gegen Kunden, sondern auch gegen Angestellte eingesetzt.
23. September 2003: Nun haben es die Täter auch in Chemnitz auf Sparkassen abgesehen. In einer Filiale erlangen sie mehrere 100 Euro.
14. Mai 2004: Bei einem Überfall auf eine andere Chemnitzer Sparkasse besteht die Beute aus 30 000 Euro.
18. Mai 2004: Mit 70 000 Euro gelingt den Räubern die Flucht aus einer anderen Sparkasse in Chemnitz.
22. November 2005: Eineinhalb Jahre später haben die Täter in der selben Filiale kein Glück: Sie müssen ohne Beute flüchten.
5. Oktober 2006: Auch ein Überfall auf eine Sparkasse im Zwickauer Ortsteil Eckersbach geht schief. Diesmal gibt es nur einen Bankräuber, er schießt einem Bank-Azubi in den Bauch. Die Bundesanwaltschaft sieht in diesem Fall dringenden Tatverdacht.
7. November 2006: In einer Sparkasse in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) werden sieben Angestellte und sechs Kunden mit Pistolen bedroht.
18. Januar 2007: Dieselbe Filiale in Stralsund wird erneut Ziel von Bankräubern - bei beiden Überfällen zusammen erbeuten sie einen sechsstelligen Betrag. Einer der Täter hatte einen Schuss in Richtung Decke abgefeuert, der andere zwang die vier Kunden und fünf Angestellten, sich auf den Boden zu legen und bedrohte sie mit einer Pistole.
7. September 2011: Im thüringischen Arnstadt überfallen zwei maskierte und bewaffnete Männer eine Sparkasse. Die Polizeifahndung verläuft ergebnislos. Aber die Beamten gehen anschließend von der Taktik aus, dass die Täter ihren Überfall in der Nähe "aussitzen".
4. November 2011: In einem Eisenacher Plattenbauviertel überfallen zwei Männer eine Sparkasse. Mit dem Fahrrad flüchten sie zu einem Wohnmobil, in dem sie sich nur wenige Stunden später selbst erschießen. In dem Caravan finden Ermittler mehrere Waffen und das bei den zwei Thüringer Überfällen erbeutete Geld. Die Polizei hält beide Raubzüge für aufgeklärt, auch die Bundesanwaltschaft sieht dringenden Tatverdacht.