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Andreas Lubitz schrieb Brief an Psychiater
"Wenn die Augen nicht wären, wäre alles gut"

Germanwings: Andreas Lubitz schrieb Brief an Psychiater
150 Menschen starben an Bord von Germanwings-Flug 9525. FOTO: dpa, bl fpt mbk fpt
Düsseldorf. Vor knapp einem Jahr hat Germanwings-Pilot Andreas Lubitz eine Maschine mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen zum Absturz gebracht. Nun wird eine E-Mail öffentlich, die Lubitz zwei Wochen vor dem Absturz an seinen Psychiater schrieb.

Am Samstag zitierte "Bild" aus den Ermittlungsakten der französischen Staatsanwaltschaft. Die Zeitung veröffentlichte unter anderem eine E-Mail des Piloten an seinen Psychiater im Wortlaut.

Darin berichtet Lubitz, dass er die Dosis seines Antidepressivums erhöht habe. Er schildet wachsende Unruhezustände und gibt an, nachts kaum noch schlafen zu können. Der 27-Jährige schreibt zudem über seine Ängste vor dem Erblinden.

Lubitz über Medikamente:

Ich nehme jetzt seit 2 Wochen Mirtazapin, allerdings ließ sich bei 15 mg keine Wirkung feststellen, so dass ich auf 30 mg hochgegangen bin. Mit der höheren Dosis bin ich eher unruhiger und habe manchmal auch etwas Panik in Bezug auf die Augen.

Lubitz über Schlaflosigkeit:

Das maximale Schlafpensum liegt bei 2 Stunden pro Nacht (wird mittlerweile aber selten erreicht). Dadurch, dass ich Angst habe weiter blind zu werden und die Fixierung auf die Augen weiter besteht kreisen die Gedanken ständig darum und der Stress erhöht sich wodurch ich mich nicht mehr dauerhaft zum Schlafen runterfahren kann.

Lubitz über seine Augen:

Ich halte weiter an der Augenproblematik fest und sage ganz klar "Wenn die Augen nicht wären, wäre alles gut. Eigentlich gibt es keinen Grund sowas jetzt zu haben."

Die BEA hatte bereits in ihrem Zwischenbericht festgestellt, dass Lubitz das Germanwings-Flugzeug absichtlich zum Absturz brachte. Am 13. März soll der Abschlussbericht vorgestellt werden.

 

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Lubitz habe in den Monaten vor dem Absturz mehr als 40 Ärzte zur Behandlung psychischer Probleme aufgesucht. An dieser Zahl gibt es inzwischen begründete Zweifel, wir haben den Aspekt daher aus dem Artikel entfernt.

(csi)
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