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Köln
Der Kampf ums Weiße Haus

Köln. Eine Dokumentation analysiert die Duelle in der Geschichte der US-Wahlkämpfe seit 1960.

Bei den US-Präsidentschaftswahlkämpfen geht es zur Sache. Den eigenen Kandidaten möglichst gut und den Gegner so unglaubwürdig wie möglich aussehen zu lassen, war schon immer ein zentrales Ziel der Wahlkampf-Teams.

Die Mittel haben sich geändert, die Wahlkämpfe sind aufwendiger geworden, die Tricks aber nicht unbedingt schmutziger, wie die gut recherchierte und sehenswerte Dokumentation "Duell ums Weiße Haus" (Regie: Ingo Helm) zeigt, die heute auf Arte läuft. Historiker kommen zu Wort, ehemalige Wahlkampfhelfer, Politikberater und Journalisten.

John F. Kennedy ist 1960 der erste Kandidat, der auf die Wirkung des Fernsehens setzt. Zu seiner Kampagne gehört erstmals in großem Stil TV-Werbung. Seine Wahlkämpfer holen dafür seine Familie vor die Kamera - und lassen den demokratischen Kandidaten damit umso sympathischer rüberkommen. Das Fernsehduell zwischen Kennedy und seinem Konkurrenten Richard Nixon sehen 70 Millionen Amerikaner. Kennedy wirkt jung, cool und elegant, Nixon in erster Linie unrasiert. Radiozuhörer finden zwar, er habe sich besser geschlagen, aber die 70 Millionen vor den Fernsehern sind ganz anderer Ansicht - Kennedy gewinnt.

Acht Jahre später tritt Nixon 1968 noch einmal an. Auf ein Fernsehduell mit seinem Konkurrenten Hubert Humphrey lässt er sich nicht mehr ein und setzt stattdessen auf Town-Hall-Meetings, bei denen begeisterte Anhänger kräftig für ihn klatschen. Das gibt tolle Fernsehbilder. In den Wahlkampfspots zeigt sein Team glückliche Jugendliche - keine kritischen Demonstranten. Bei uns macht auch die Jugend keinen Ärger, lautet die Botschaft. Diesmal zieht Nixons Masche: Er gewinnt.

Bei Talkshows im Fernsehen dürfen Gäste den Kandidaten mittlerweile Fragen stellen. Barack Obama kommt im Fernsehen gut rüber. Aber er hat auch die neuen Medien verstanden: Als er 2008 antritt, setzt er auf das Internet. Seine Website hat einen genialen Button: "Donate now!", Unterstützer können online sofort Geld spenden. Obama hat dank dieses kleinen Knopfes 500 Millionen Dollar über das Internet zusammenbekommen.

"Duell ums Weiße Haus", Arte, Di., 22.30 Uhr

Quelle: RP
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