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Beiträge auf Verschwörungstheoretiker-Website
Was Hans Meiser zu seinem Show-Rausschmiss sagt

Neo Magazin Royale: Was Hans Meiser zu seinem Rausschmiss sagt
Hans Meiser in einem Video auf Watergate.tv FOTO: Screenshot Watergate.tv
Düsseldorf. Der ehemalige Talkshow-Moderator Hans Meiser ist in Videos auf der Verschwörungs-Website "Watergate-TV" zu sehen. Die Produktionsfirma von Jan Böhmermanns Show "Neo Magazin Royale" zieht deshalb Konsequenzen. Hans Meiser steht zu seinen Veröffentlichungen. Von Tim Harpers

Hans Meiser war einst einer der Spitzenmänner der deutschen TV-Unterhaltung. Sendungen wie "Notruf", seine Talk-Show "Hans Meiser", "Life! Dumm gelaufen" und "Einundzwanzig" brachten ihm  einen Bambi und eine Goldene Kamera ein. Seit 2009 ist es um den heute 70-Jährigen deutlich ruhiger geworden. Öffentlich trat er seitdem vor allem in der Rubrik "Der kleine Mann" in der Böhmermann-Show "Neo Magazin Royale" auf. Doch damit könnte nun Schluss sein. 

Der Grund: Der ehemalige Talkmaster ist nach einem Bericht des Online-Portals "Vice.com" eines der Gesichter der Verschwörungstheorien-Website "Watergate.tv", die mit fragwürdigen Videobeiträgen gegen Politiker und Konzerne Stimmung macht. 

Meiser bestätigte unserer Redaktion sein Engagement für die Website: "Ja, ich habe für die Website Beiträge verfasst", sagte er. "Drei Stück. Das, was ich dort geschrieben habe, hat mit Verschwörungstheorien aber nichts zu tun. Die Texte und Informationen sind belegbar und haben Hand und Fuß." Zu dem Verlag, der für die Internetseite verantwortlich zeichnet, habe er schon lange Kontakt. Und dass auf der relativ neuen Seite auch schon mal Fehler gemacht würden, habe mit ihm persönlich nichts zu tun. "Ich bin allein für meine Beiträge verantwortlich", sagte Meiser. "Das heißt nicht, dass ich mit allem einverstanden bin, was auf der Seite auftaucht." Auf der Website hat Meiser Texte und Videos mit Titeln wie "Skandal! Bundeswehr vergiftet den eigenen Nachwuchs" veröffentlicht.

Autoren von Watergate.tv sind als Verschwörungstheoretiker bekannt

Einige der anderen Autoren, die wie Meiser auf der Seite unter der Rubrik "Das sind wir" auftauchen, sind in der Vergangenheit als Verschwörungstheoretiker in Erscheinung getreten. So zum Beispiel die Brüder Michael und Guido Grandt, die schon mehrere Bücher im für seine Verschwörungsliteratur bekannten Kopp-Verlag veröffentlicht haben.

Meisers Engagement bei "Watergate.tv" scheint zumindest für die "Bildundtonfabrik", die Produktionsfirma des "Neo Magazin Royale", nicht mehr tragbar zu sein. Nach Bekanntwerden des Falls veröffentlichte das Unternehmen auf seiner Facebookseite eine Stellungnahme: "Wir hatten die unausgesprochene aber klare Vereinbarung, dass Hans Meiser neben dem Neo Magazin Royale in keinem zweiten unseriösen Internetformat zu sehen ist", heißt es darin ironisch formuliert. Und weiter: "Wir möchten die Unglaubwürdigkeit von Hans Meisers Verschwörungsformaten durch den schlechten Ruf unserer Sendung nicht länger gefährden." 

STELLUNGNAHME DER BILDUNDTONFABRIK ZUR INTERNETNEBENTÄTIGKEIT DES „KLEINEN MANNES” HANS MEISER IM VERSCHWÖ...

Posted by Bildundtonfabrik on Dienstag, 16. Mai 2017

Im Netz gibt es auch Spekulationen, das "Neo Magazin" könne die gesamte Aktion für einen Beitrag in der nächsten Sendung selbst angeleiert haben - das würden die Zuschauer dann am Donnerstagabend erfahren. Die "Bildundtonfabrik" wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion nicht zu dem Fall äußern und verwies auf die Pressestelle des ZDF. Die teilte mit: "Hans Meiser trat in der Vergangenheit in unregelmäßigen Abständen im ,Neo Magazin Royale' in der Figur ,Kleiner Mann' oder als ,Hans Meiser Steinmeiser' auf. Allen anderen Tätigkeiten ist Hans Meiser ohne Kenntnis der Redaktion oder des Produzenten btf nachgegangen". Derzeit seien keine weiteren Auftritte des Moderators in der Sendung geplant. 

Am Donnerstag gab auch die Website "Watergate.tv" eine Stellungnahme ab, in der Hans Meisers Engagement in Schutz genommen wird. "Als Meinungsplattform und investigatives Redaktionsnetzwerk, veröffentlichen wir unzensiert die Meinungen und Geschichten, bei denen wir glauben, dass Sie unsere Leserschaft interessiert und über die Sie informiert werden muss", heißt es in der offiziellen Mitteilung. 

(th)
 
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