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Düsseldorf
Tipps für junge Unternehmer

Düsseldorf. Wirtschaftsexperten erklären, worauf man bei der Gründung achten muss. Von Johannes Löchner

Wie gründe ich ein Start-up? Das ist die Frage, mit der sich gerade junge Menschen nach einer abgeschlossenen Ausbildung oft beschäftigen. Welche Schwierigkeiten während der Gründungs- und Wachstumsphase sowie in Krisensituationen warten, darüber referierten Diplom-Wirtschaftsingenieur Reinhard Löchner und Diplom-Betriebswirtin Gabriele Kreis-Schiemann an der EBC-Hochschule Düsseldorf. Beide blicken auf jahrelange Erfahrung in der Wirtschaftsbranche zurück: "Ich saß in zehn Aufsichtsräten. Daher weiß ich, was man richtig und falsch machen kann", sagte Löchner. Anders als bei der klassischen Uni-Vorlesung enthielten die Vorträge weniger Theorie als viel mehr Tipps und Tricks aus dem Berufsalltag.

"Wirklich erfolgreich wird man mit den kleinen Dingen im Leben." So eröffnete Löchner seinen Vortrag und spielte damit auf die Gründungsidee an, die am Anfang jedes Start-up-Unternehmens steht. Gerade die fehlende Strukturierung und Führungskompetenz werde vielen Firmen zum Verhängnis. Das Strukturproblem könne schnell behoben werden, wenn man folgende Grundfrage beachtet: Wer macht was mit wem bis wann? Auch die richtige Kommunikation sei wichtig, regelmäßige Meetings und Mitarbeitergespräche seien unerlässlich.

Einheitlich müsse alles ebenfalls sein. "Keine Arbeit ohne Auftrag", lautet die Parole. Diese Aufträge werden am besten in einem einheitlichen EDV-System abgelegt, zusammen mit Musterblättern und Handbüchern für jeden Aufgabenbereich. Obwohl sich Führungskompetenz erst im Job zeigt, kann sie prinzipiell jeder erlernen.

"Man muss es wollen!" Dieser Satz hat sich nach dem Vortrag jedem im Raum eingebrannt. "Es arbeiten immer Menschen zusammen. Und jeder Mensch braucht Führung", sagte Löchner. Unerlässlich dafür sei es, mit gutem Beispiel voranzugehen. Es empfehle sich, sich in den wichtigsten Bereichen coachen zu lassen: Strategie, Management, Netzwerk und Organisation. Für all das gibt es Profis in der Unternehmensberatung. Ab einem gewissen Punkt seien die Hilfe und Beratung von Familie und Freunden, die im Anfangsstadium erste Schritte ermöglichten, erschöpft. Aufgrund der benötigten Fachexpertise im geplanten Geschäftsfeld müssten Jungunternehmer den Mut aufbringen, sich professionelle Hilfe zu holen.

Hat man die ersten Hürden der Gründung hinter sich, erreiche man den Punkt, den Kreis-Schiemann als "Change" bezeichnet. Den Mut, etwas zu verändern, um im Rennen zu bleiben, den aktuellen Kunden zu behalten und trotzdem den Kunden von morgen im Blick zu haben. Die Fähigkeit zum Change sei "Typsache", doch "man muss ihn wollen". Diesen Grundsatz fasst auch die Betriebswirtin auf. "Ich habe noch nie einen mutigen Banker gesehen", sagte Kreis-Schiemann mit einem Augenzwinkern. Harte Arbeit und die "Kunst, eigene Fehler zu korrigieren" seien die Grundlage für jede erfolgreiche Veränderung. Abschließend gibt sie den Anwesenden mit auf den Weg: "Seien Sie mutig, das zu tun, was Sie für richtig halten. Und nehmen Sie dazu ein gutes Handwerkszeug mit."

Quelle: RP
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