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Pressesprecher für Donald Trump
Sean Spicer wirft hin, Sarah Huckabee Sanders übernimmt

Sean Spicer: Sprecher von Donald Trump wirft hin
Ausgesprochen: Sean Spicer. FOTO: dpa, PM abl
Washington. Der umstrittene Pressesprecher von US-Präsident Donald Trump, Sean Spicer, ist am Freitag zurückgetreten. Seine Nachfolgerin steht schon fest: Sarah Huckabee Sanders.

Sean Spicer bestätigte am Freitag entsprechende Medienberichte über seinen sofortigen Rücktritt. Es sei ihm "eine Ehre und ein Privileg" gewesen für den Präsidenten zu arbeiten, erklärte er über den Kurznachrichtendienst Twittter. Zuerst hatte die "New York Times" über den Rücktritt berichtet. 

Hintergrund soll dem Bericht zufolge die Berufung von Anthony Scaramucci zum Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses sein. Spicer soll zu Präsident Donald Trump gesagt haben, die Entscheidung für Scaramucci sei "ein großer Fehler", berichtete die "New York Times".

Sarah Huckabee Sanders übernimmt den Posten von Sean Spicer. FOTO: ap, PM

Nach dem Rücktritt übernimmt ab September die bisherige Stellvertreterin Sarah Huckabee Sanders den Posten. Sanders, Tochter des republikanischen Politikers und gegen Trump unterlegenen Präsidentschaftsbewerbers Mike Huckabee, hatte bereits in den vergangenen Wochen mehrfach die Pressbriefings mit Reportern im Weißen Haus geleitet.

Gallionsfigur der Trump-Regierung

Spicer nennt Trumps Verhältnis zu Merkel "ziemlich unglaublich"

Sean Spicer war vom ersten Tag der Amtsübernahme Trumps an umstritten. Er hatte sich am Tag nach der Amtseinführung des Präsidenten einen heftigen Streit mit Journalisten über die Zahl der Besucher bei der Zeremonie vor dem Kapitol in Washington geliefert.

In den sechs Monaten seiner Zeit als Sprecher des Weißen Hauses kam es immer wieder zu heftigen Wortgefechten mit Journalisten. Spicer wurde zu einer Gallionsfigur der Trump-Regierung. Für Kritik sorgte unter anderem seine Einlassung mit Blick auf Syriens Machthaber Assad, dass Adolf Hitler niemals Giftgas gegen Feinde eingesetzt habe. 

Der 45-Jährige wurde anderem deshalb zum Thema in zahlreichen Comedy-Sendungen des US-Fernsehens. Schon öfter wurde spekuliert, Trump sei unzufrieden mit seiner Arbeit und Spicer stehe vor der Entlassung. Zuletzt hatte er sich aus der Öffentlichkeit stärker zurückgezogen und die Pressebriefings seiner bisherigen Stellvertreterin Sarah Sanders überlassen.

Auftritte als Osterhase

Vor seiner Zeit im Weißen Haus war Spicer, der im nordöstlichen US-Bundesstaat Rhode Island aufwuchs, Sprecher der Republikanischen Partei und seit 2015 auch deren Chefstratege. Zuvor hatte er als stellvertretender Handelsbeauftragter für Medien und öffentliche Angelegenheiten für die Regierung des damaligen Präsidenten George W. Bush gearbeitet.

In diese Zeit fällt laut einem Porträt auf der Partei-Website auch ein weiterer Dienstposten Spicers: ein Auftritt bei einer Osterfeier im Weißen Haus in einem Hasenkostüm.

(csi/dpa)
 
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