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Düsseldorf
Bauwirtschaft will weniger Regeln

Düsseldorf. Der Entwurf für eine neue NRW-Bauordnung sieht viele Neuerungen vor. Von Detlev Hüwel

Auf überwiegend positives Echo ist die von der rot-grünen Landesregierung geplante neue Bauordnung gestoßen. Allerdings gab es bei der Expertenanhörung im Landtag gestern auch Kritik. Die Bauwirtschaft forderte, die Standards zu senken, um günstiges Bauen zu ermöglichen. Kostentreibende Vorschriften seien ein Bremsklotz, warnte Beate Wiemann vom Bauindustrieverband NRW.

Der vom Kabinett verabschiedete Entwurf, der die Verordnung aus dem Jahr 2000 ablösen soll, sieht zahlreiche Änderungen vor:

Stellplätze Künftig sollen die Stadträte darüber entscheiden, ob oder in welcher Höhe Ablösesummen für nicht geschaffene Pkw-Stellflächen zu zahlen sind. Damit soll dem veränderten Mobilitätsverhalten von Bürgern, die kein Auto haben, Rechnung getragen werden. Die kommunalen Spitzenverbände begrüßen die "völlige Abkehr" von der bisherigen Regelung.

Kinderwagen In neuen Gebäuden ab drei Wohnungen müssen Abstellräume für Kinderwagen und Fahrräder sowie für Rollstühle und Rollatoren vorhanden sein.

Barrierefreiheit Alle öffentlich zugänglichen Gebäude (auch Arztpraxen, Läden, Universitäten und Verwaltungen) müssen künftig barrierefrei sein. Das gilt im Prinzip auch für Schulen, die bislang nur in den für Besucher zugänglichen Teilen barrierefrei sein müssen. Bei Gebäuden mit mehr als drei oberirdischen Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses komplett barrierefrei nutzbar sein.

Aufzüge Der nachträgliche Einbau von Treppenliften in älteren Mehrfamilienhäusern soll ermöglicht werden. Dies begrüßt der Verein "Haus und Grund". Gebäude ab vier oberirdischen Geschossen (bislang ab sechs) müssen Aufzüge "in ausreichender Zahl" haben. Der Mieterbund bewertet die Änderung wohlwollend; der Bund Deutscher Architekten lehnt sie als zu teuer ab.

Freistellungsverfahren Bisher konnten Wohngebäude unter bestimmten Voraussetzungen ohne Baugenehmigung gebaut werden. Die Regelung habe sich nicht bewährt, so die Landesregierung.

Holz Bauen mit Holz wird erleichtert; auch ein mehrgeschossiger Holzbau soll möglich sein. Die "Diskriminierung des Baustoffs Holz" werde aber nur zum Teil beendet, moniert der Landesbeirat Holz.

Quelle: RP
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