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Düsseldorf
Prozessauftakt gegen Ex-BLB-Chef in Düsseldorf

Düsseldorf. Dutzende von Ermittlern, Staatsanwälten, Landesrechnungsprüfern und zwei Untersuchungsausschüsse im Landtag haben sich am landeseigenen Baubetrieb BLB schon abgearbeitet - am kommenden Mittwoch steigt auch noch das Düsseldorfer Landgericht in den Ring. Um 9.30 Uhr beginnt der Prozess gegen drei Angeklagte, denen unter anderem Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen wird.

Der BLB hat in einer Serie von Immobiliengeschäften im Auftrag des Landes Steuergelder in dreistelliger Millionenhöhe verschwendet - aus Sicht der Anklage nicht ohne persönliche Schuld des damaligen Chefs Ferdinand Tiggemann (67). Gegenstand der Anklage sind fünf Vorgänge um die Grundstücke und Immobilien des neuen Justizzentrums in Düsseldorf, das Schlösser Areal in Düsseldorf, das Polizeipräsidium Köln-Kalk, das Schloss Kellenberg in Jülich und das Landesbehördenhaus in Bonn. Neben Tiggemann sitzt noch ein heute 68 Jahre alter Unternehmer auf der Anklagebank, dem Beihilfe zur Untreue vorgeworfen wird, sowie ein 54 Jahre alter ehemaliger Leiter der Aachener BLB-Niederlassung wegen möglicher Anstiftung zur Untreue.

Der Anklage zufolge ging es bei den Immobiliengeschäften nicht mit rechten Dingen zu. Vor dem Ankauf von Immobilien durch den BLB sollen dessen Pläne verraten worden sein an Dritte, die diese Immobilien dann dem BLB vor der Nase wegschnappten, um sie ihm anschließend zu überhöhten Preisen zu verkaufen. So sollen die Kosten zulasten des Steuerzahlers künstlich in die Höhe getrieben worden sein. Ironischerweise ist auch das Gebäude, in dem der Prozess am Mittwoch stattfindet, eines der fragwürdigen BLB-Projekte, um die es in der Verhandlung geht.

(tor)
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