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Washington
Trump bleibt auf dem Vormarsch

Washington. Nach dem Sieg in South Carolina rückt die US-Präsidentschaftskandidatur immer näher. Bush gibt auf. Von Frank Herrmann

Legt man die Geschichte amerikanischer Vorwahlen zugrunde, ist Donald Trump auf dem sicheren Weg zur Präsidentschaftskandidatur. Hat ein Republikaner sowohl in New Hampshire als auch in South Carolina den innerparteilichen Wettstreit gewonnen, wurde er bislang noch immer zum Bewerber fürs herbstliche Finale im Kampf ums Weiße Haus gekürt. Bei den Demokraten konnte Ex-Außenministerin Hillary Clinton im US-Staat Nevada nach ihrer Niederlage in New Hampshire einen zweiten Vorwahlsieg einfahren. Die Erfolge bringen Clinton und Trump in ihren jeweiligen Parteien in eine starke Position.

Trump kam in beiden Staaten mit deutlichem Abstand als Erster ins Ziel. Am nächsten Dienstag dürfte er auch in Nevada die Nase vorn haben. Am 1. März folgt dann der Test, der bereits die Weichen stellen kann. Am "Super Tuesday" wird in zwölf der 50 Bundesstaaten gewählt. Die mögliche Vorentscheidung fällt in einem Milieu, das dem South Carolinas ziemlich ähnelt.

Trumps Sieg in South Carolina wirft die Frage auf, ob sein Vormarsch überhaupt noch zu stoppen ist. Er zeigt, dass sich der großmäulige Populist auf eine so stabile Gefolgschaft stützen kann, dass ihm sein Raufbold-Stil einfach nicht zu schaden scheint. Trumps treueste Anhänger sind Weiße ohne College-Abschluss, die dem Kabinett Barack Obamas ebenso wie den republikanischen Fraktionsspitzen im Kongress maßgeblich die Schuld am eigenen sozialen Abstieg geben. In einem rabiaten Milliardär, der illegal Eingewanderte zu deportieren und nach China oder Mexiko abgewanderte Arbeitsplätze zurückzuholen verspricht, glauben sie ihren Sprecher gefunden zu haben. Dem sie applaudieren, weil er sich gerade nicht an die Regeln der Political Correctness hält. Punkten konnte er aber auch bei evangelikalen Christen, die ihm den Vorzug vor dem bibelfesten Texaner Ted Cruz gaben. Dass 34 Prozent der Evangelikalen für Trump stimmten, ist die eigentliche Überraschung South Carolinas.

Die Hoffnungen, ihn doch noch abzufangen, ruhen nun allein auf Marco Rubio. Der jugendlich wirkende Senator aus Florida hat sich - mit 22,5 Prozent der Stimmen Zweiter - rasch erholt von der Schlappe in New Hampshire, wo er nur auf dem fünften Platz gelandet war. Surfte er 2010 noch auf der Tea-Party-Welle, so spielt er heute unangefochten den Part, den eigentlich Jeb Bush zu spielen gedachte: Rubio ist der Favorit des Establishments. Bush stieg daher nun aus dem Rennen aus. Er scheiterte daran, dass er allein schon mit seinem Familiennamen für die Vergangenheit steht. Dagegen reklamiert Rubio die Zukunft für sich. Seine Chance liegt in der Abneigung, die Wähler mit Hochschulabschluss und gutem Einkommen gegenüber Trump empfinden.

So fest sich der Prahlhans Trump auf seine Fans verlassen kann, so ausgeprägt ist die Skepsis gegen ihn im republikanischen Mainstream. Folgt man einer Umfrage von Bloomberg Politics, haben 43 Prozent der Parteimitglieder eine negative Meinung von ihm.

Quelle: RP
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