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Berlin
"Weg ins Krankenhaus wird länger"

Berlin. Ärztepräsident Montgomery rechnet mit Umbruch der Klinik-Landschaft. Von Eva Quadbeck

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery rechnet im Zug der Krankenhausreform mit einem Umbruch der Kliniklandschaft. "Wir werden eine Konzentration von Leistungen in größeren Häusern erleben", sagte Montgomery unserer Redaktion. Die Politik müsse der Bevölkerung dann aber auch klar sagen, dass das auch mit weiteren Wegen verbunden sei. "Ich rechne auch damit, dass es immer mehr private Krankenhausträger geben wird", betonte der Ärztepräsident. Es sei nicht ausgeschlossen, dass eines Tages mehr als die Hälfte der Träger privat seien. Das werde noch nicht 2016 der Fall sein. "Aber der Trend geht dahin."

Aktuell sind nach einer Statistik der Deutschen Krankenhausgesellschaft etwa jeweils ein Drittel der knapp 2000 Krankenhäuser in Deutschland in öffentlicher, in frei gemeinnütziger und in privater Hand. Bei der Bettenzahl dominieren allerdings die öffentlichen und die frei gemeinnützigen Häuser, die gemeinsam mehr als 80 Prozent halten. Die aktuelle Verweildauer von Patienten beträgt 7,4 Tage. Die Krankenhausreform ist mit dem neuen Jahr in Kraft getreten. Sie sieht vor, dass Kliniken künftig nach der Qualität ihrer Behandlungen Zu- und Abschläge erhalten. Die Regierung erwartet dadurch eine weitere Konsolidierung der Kliniklandschaft und eine stärkere Schwerpunktbildung der Kliniken, wonach sich das eine Haus auf Orthopädie und das andere auf Herzerkrankungen spezialisiert.

Montgomery betonte, die Qualität in deutschen Kliniken sei im internationalen Vergleich hoch. Problematisch sei, dass die Länder ihre Investitionsverpflichtungen nicht erfüllten und die Kliniken aus Betriebsausgaben Investitionen tätigen müssten. "Das steht einem weiteren Anstieg der Qualität im Wege."

Quelle: RP
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