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| 16.55 Uhr

Schulsystem G8
Nicht mehr lange die Schulbank drücken

Das G8-System sieht nur noch zwölf Schuljahre vor. Die Diskussion über Vor- und Nachteile reißt nicht ab. Von Lena Hüttenmeister, 8a, Leibniz-Montessori-Gymnasium Düsseldorf

Immer wieder gibt es harsche Kritik an dem System des achtjährigen Gymnasiums (G8). Ich wollte wissen, wie es zu dieser kritischen Einstellung kommt, und führte an meiner Schule Interviews mit einer Oberstufen-Schülerin, einer Lehrerin und einem Elternteil.

Die Oberstufenschülerin betonte, dass die Schüler ein hohes Lernpensum in und außerhalb der Unterrichtszeit absolvieren müssten. Sie bedauerte, dass dadurch weniger Zeit bleibt, um Hobbys nachzugehen. Die befragte Lehrerin kritisierte, dass viele Themen in kürzerer Zeit durchgenommen werden müssen, um den Lehrplan einzuhalten und damit die Schüler gut auf das Abitur vorbereitet sind. Sie findet aber, dass das G8-System denjenigen zugutekommt, die zwar das Abitur ablegen möchten, aber keine große Lust am Lernen haben. Dagegen sei das System vor allem für Schüler mit Konzentrationsschwäche eine Belastung. Manche Schüler werden durch den Stress sogar psychisch krank.

Die befragte Mutter einer Schülerin unserer Schule ist überzeugt, dass die Politiker keine gute Entscheidung getroffen haben, als sie das verkürzte Abitur einführten. Die Schüler müssten sich Sachverhalte teilweise selbst beibringen, da die Lehrer zu wenig Zeit hätten, diese im Unterricht detailliert zu vermitteln. Dabei ist das die eigentliche Aufgabe der Schule. Den Schülern würde außerdem ein Jahr für die persönliche Reife weggenommen, um sich sorgfältig entscheiden zu können, in welchen beruflichen Bereich sie nach dem Abschluss einsteigen möchten. Das Ziel, die Schüler schneller auf den Arbeitsmarkt zu bringen und international konkurrenzfähig zu machen, werde so nicht erreicht.

Mein Fazit: Der Leistungsdruck, der auf den Schülern lastet, ist größer geworden. Schüler und Lehrer haben weniger Zeit für die intensive Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsstoff. Eine Zahl von drei Befragten ist nicht repräsentativ, möglicherweise aber die Beobachtungen, von denen sie berichten. Kein Wunder also, dass die Diskussion nicht verstummt.