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Auf Gold-Kurs
Deutschland-Achter zieht locker ins WM-Finale ein

Rudern: Deutschland-Achter zieht locker ins WM-Finale ein
FOTO: dpa, jkm
Der Deutschland-Achter hat im heißen Florida seine erste Hürde auf dem Weg zur erhofften Goldmedaille souverän genommen. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) gewann seinen Vorlauf problemlos vor den USA und Rumänien und zog auf direktem Weg ins Finale am Sonntag ein.

"Das war kein optimales Rennen, aber wir sind gut und gleichmäßig gefahren. Die Amerikaner waren der erwartet schwere Gegner bei ihrer Heim-WM, sie haben die ganze Strecke Druck gemacht", sagte Bundestrainer Uwe Bender: "Jetzt sind wir erst einmal im Finale. Das müssen wir aber sehr genau und sehr gut vorbereiten."

Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad in Sarasota ging das deutsche Paradeboot seine Aufgabe forsch an und entfernte sich Zentimeter um Zentimeter vom US-Boot. Im Ziel lag schließlich fast eine Bootslänge zwischen dem grünen DRV-Achter und dem Gastgeber. Schon Platz zwei hätte einen zusätzlichen Start im Hoffnungslauf am Donnerstag bedeutet.

Die volle Konzentration gilt nun dem Showdown am Sonntag. Dann will der in diesem Jahr noch ungeschlagene Deutschland-Achter erstmals seit sechs Jahren wieder auf den WM-Thron. In den WM-Finals 2013, 2014 und 2015 hatte sich das DRV-Paradeboot ebenso wie bei Olympia 2016 jeweils hinter Großbritannien mit Platz zwei begnügen müssen. Der ewige Rivale schwächelt dieses Jahr allerdings, im zweiten Vorlauf wurde der Titelverteidiger nur Zweiter hinter Italien.

Der deutsche Achter ließ sich dagegen weder vom Wetter noch vom lautstarken Publikum aus der Bahn werfen, auch ein Alligator tauchte anders als im Einer-Rennen der Frauen am Montag diesmal nicht auf. Dem Start-Ziel-Sieg stand somit nichts im Wege, nach 2000 m und 5:29,36 Minuten war die erste Aufgabe erledigt. Im Juni hatte die Bender-Crew beim Weltcup in Posen bei allerdings besseren Bedingungen in 5:18,68 Minuten sogar eine Weltbestzeit aufgestellt.

Nicht zuletzt dieser Rekord hatte die Titelträume vor dem Saisonhöhepunkt noch einmal befeuert. "Seit 2011 haben wir kein WM-Gold mehr geholt. Jetzt wollen wir wieder ganz nach oben", lautet Benders Vorgabe. Beruhigen dürfte den Bundestrainer daher auch der Sieg gegen das US-Boot. Der WM-Gastgeber, immerhin Olympiasieger 2000 und 2004, war in dieser Saison bei keinem Rennen in Europa aufgetaucht und galt als großer Unbekannter.

Das US-Team hatte im Gegensatz zur deutschen Mannschaft den Vorteil, vor Ort und im eigenen Boot für die WM trainieren zu können. Das deutsche Langboot war wegen Hurrikan "Irma" erst zwei Tage nach den Athleten in Sarasota angekommen, die deutschen Ruderer hatten sich daher sogar einen Achter von den Sarasota Scullers geliehen.

Freuen durften sich am Dienstag auch die übrigen drei DRV-Boote, die in den olympischen Klassen am Start waren. Der als Medaillenkandidat in die USA gereiste Doppelvierer der Frauen schaffte es über den Umweg Hoffnungslauf ins Finale, die Leichtgewichts-Doppelzweier der Männer (Lucas Schäfer/Jason Osborne) und Frauen (Leonie Pless/Fini Sturm) ins Halbfinale.

(sid)
 
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