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Borussia Mönchengladbach
Borussia-Film "große Motivation" für Nico Schulz

Porträt: Nico Schulz: Ein Berliner bei Borussia
Porträt: Nico Schulz: Ein Berliner bei Borussia FOTO: Dirk Päffgen
Das saß er nun im Forum des Haus Zoar, der gute Nico Schulz und schaute sich um. Es war sein erster Arbeitstag als Borusse, und es war gleich ein langer. Zweimal Training gab es tagsüber, und abends dann eine Filmpremiere. Von Karsten Kellermann

Schulz gehörte, wie seine neuen Teamkameraden, zu den Ehrengästen – und zugleich war er externer Beobachter. Denn er und die anderen Zugänge dieses Sommers, Josip Drmic, Lars Stindl, Tobias Sippel, Andreas Christensen, Nico Elvedi und Gibril Sow waren nun mal nicht dabei, als Borussia eine Fußball-Geschichte schrieb, die Filmemacher René Hiepen nun sehenswert auf die Leinwand gebracht hat. Den Film hat er "Die Elf vom Niederrhein. Auf, auf, auf in die Champions League" genannt.

Die Borussen schritten über eigens verlegten Naturrasen ins Kino, es war ein bisschen Hollywood-Feeling dabei. Es gab ein Blitzlichtgewitter und später edle Häppchen. Schulz ist natürlich aus Berlin eine gewisse Größe, zuweilen gar Gigantismus gewöhnt, es ist schließlich die Hauptstadt. Doch was hätte ihm und den anderen Neuen, die noch kein Heimspiel als Borusse im Borussia-Park erlebt haben, Besseres passieren können, als zur Vorbereitung darauf diesen Film zu sehen, der voller Emotionen ist, voller herrlicher Tore und wunderbarer Spielzüge. Nun wissen sie, wie die Borussen-Welt tickt.

Fotos: Borussia-Film feiert Premiere im Haus Zoar FOTO: Dieter Wiechmann

Schulz hat als Berliner natürlich schon erlebt, wie es sich anfühlt im Borussia-Park zu spielen. Doch nun sah er als Angestellter des Klubs, wie es ist, wenn die Mannschaft das Stadion zum Beben bringt. Und das ausgespielt über 54 Tonkanäle in Dolby-Atmos. "Man hat gesehen, wie das Stadion explodieren kann. Das macht Lust auf mehr. Genau dafür spielt man Fußball, um so etwas zu erleben", sagte Schulz nach Ansicht des Filmes.

Nebenbei bekamen er und die anderen Neulinge auf der Leinwand von einigen ihrer jetzigen Kollegen erklärt, was die Borussen-Welt ausmacht. Die besondere Beziehung zu den Fans unter anderem, "die haben immer etwas im Petto", sagt Kapitän Martin Stranzl im Film. Und Granit Xhaka spricht mit glänzenden Augen darüber, wie Trainer Lucien Favre ihm die entscheidenden Schritte beigebracht hat, Details, die "kein Mensch sieht". Schulz und Co. wissen also jetzt aus berufenem Mund, dass es nicht nur ein Gerücht ist, dass ihr neuer Trainer einer ist, der Spieler besser macht.

"Ich habe einige Eindrücke gewonnen. Die Erfolgsgeschichte des Vereins war natürlich auch in Berlin bekannt. Dass es aber so emotional ist für das Umfeld hier, ist schon klasse", sagte Schulz. Das, was er gesehen hat, versteht er als Ansporn und Verantwortung zugleich. "Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass wir da anknüpfen, wo die Mannschaft im letzten Jahr aufgehört hat", sagte er. Er ist bereit, dies gleich am Sonntag zu tun, wenn Borussia gegen Mainz spielt. In welcher Rolle auch immer.

Schulz trainiert erstmals mit Borussia FOTO: Dieter Wiechmann

Schulz hat an seinem ersten Arbeitstag auch mitbekommen, dass die Mitspieler "gut umgehen" mit dem 0:4 am ersten Spieltag in Dortmund. Sie haben gelernt, von Spiel zu Spiel zu denken, im vergangenen Jahr ging es darum, im Erfolg geerdet zu bleiben, indem man nur nach vorn schaute, nun gilt es, das Dortmunder Debakel nach der ausführlichen Analyse richtig einzuordnen und es dann abzuhaken. Er selbst spielte am Samstag noch für Hertha BSC, wurde in der 57. Minute eingewechselt und freute sich am Ende über einen 1:0-Sieg in Augsburg. Das schnelle Umschalten, das Favre auf dem Rasen von seinen Spielern erwartet, beherrscht Schulz mental indes bestens. Er ist schon geeicht auf seine neue Herausforderung in Gladbach. Und der Film, den er gesehen hat, "ist große Motivation", sagte er.

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