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Borussia Mönchengladbach
René Hiepen: "Der Film ist eine Herzensangelegenheit"

Borussia Mönchengladbach: René Hiepen: "Der Film ist eine Herzensangelegenheit"
Der letzte Schliff: Filmemacher René Hiepen (links) und Cutter Marvin Mohr beim Schnitt der Borussia-Dokumentation "Die Elf vom Niederrhein - Auf, auf, auf in die Champions League." FOTO: kn
Mönchengladbach. René Hiepen über die Borussia-Dokumentation, die im August erscheint: Er verspricht hochemotionale Momente und außergewöhnliche Bilder.

Herr Hiepen, es gibt einen ersten Trailer zu dem Borussia-Film "Die Elf vom Niederrhein - auf, auf, auf in die Champions League". Sie haben den Film gemacht - was erwartet die Fans?

Hiepen Ein hochemotionaler Film, der die Ära Lucien Favre vom ersten Spiel gegen Schalke im Februar 2011 bis heute zusammenfasst. So kompakt hat man Borussias Aufstieg vom Fast-Absteiger zum Champions League-Teilnehmer noch nicht gesehen. Es war schon beim Schnitt des 60-minütigen Films ein emotionales Erlebnis für mich. Der Film kommt im August auf den Markt als DVD und Blue-Ray. Es soll auch eine Kinoaufführung geben. Wir sind diesbezüglich in Gesprächen.

Wie kam es zu dem Projekt, dass Sie mit der Powerplay-Produktionsfirma in Kooperation mit Borussia realisieren?

Hiepen Mein Freund Ralf Grengel und ich hatten die Idee, einen solchen Film zu machen, schon vor drei Jahren, als sich Gladbach als Vierter für die Play-offs zur Champions League qualifiziert hat. Damals war es Borussia aber zu früh. Jetzt war der Zeitpunkt der richtige. Lucien Favre sagt es in dem Film treffend: "Platz vier ist ein gefährliches Geschenk, Platz drei ist wie ein Titel für den Verein."

Sie sind gebürtiger Mönchengladbacher, leben aber seit vielen Jahren in Berlin. Wie haben Sie aus der Distanz als gebürtiger Gladbacher diesen Aufstieg Borussias erlebt?

Hiepen Mich beeindruckt vor allem die beachtliche Entwicklung. Dafür ist Lucien Favre, aber in hohem Maß auch Manager Max Eberl verantwortlich. Eberl hat 2011, als die Zeit besonders schwer war, viel einstecken müssen. Aber er hat dann viele richtige Entscheidungen getroffen und bei seiner Transferpolitik fast nur Treffer gelandet. Er und die Vereinsführung haben die Ruhe bewahrt. Das ist schon bemerkenswert im hektischen Profifußballgeschäft. Da war die Basis für diese Entwicklung.

Setzt Ihr Film Lucien Favre ein Denkmal?

Hiepen So würde ich es nicht sehen. Aber ich bin mir sicher, dass es für ihn ein sehr emotionales Erlebnis sein wird, diesen Film zu sehen. Er schaut ja täglich zig Fußballvideos, aber einen solchen Blick hat er wohl noch nie gehabt auf sein Team. Gerade bei den Szenen vom Relegationsspiel gegen Bochum, bei dem Tor von Igor de Camargo, wird deutlich, welche Kraft in diesem Moment freigesetzt wurde und wie groß die Befreiung für alle Borussen war. Das kommt in dem Film noch einmal mit voller Wucht auf die Zuschauer zu. Gerade in der Phase, als es so richtig düster war, war die Unterstützung der Fans am größten. Sie haben gegen Bochum den Ball ins Tor gebrüllt. Das ist für mich etwas ganz Besonderes im deutschen Fußball. ,Es gibt eine starke Verbindung zu den Fans', sagt Martin Stranzl in dem Film. Ich glaube, sie ist in diesem Moment so richtig gewachsen. Er hat recht.

Durfte Lucien Favre bei der Auswahl der Spielszenen helfen?

Hiepen (schmunzelt) Nein, die haben wir selbst ausgesucht - in enger Abstimmung mit Borussia und Fohlen.TV. Es werden auch schlechte Momente gezeigt, dies aber, um die erfolgreichen Momente noch stärker herauszustellen. Es wird viel zu sehen geben, was sonst im Verborgenen bleibt, zudem gibt es exklusive Interviews unter anderem mit Favre, Granit Xhaka, Martin Stranzl oder Yann Sommer. Gerade von Xhaka gibt es eine rührende Anekdote im Film: Er hat sich in seinem Telefon alle Koordinaten seines ersten Derbys gegen Köln, bei dem er in der 93. Minute das Siegtor erzielt hat, wie ein kleiner Junge aufgeschrieben, um sie nie zu vergessen. Es gibt viele rührende Momente in dem Film.

Welcher hat Ihnen am meisten imponiert?

Hiepen Erst mal das Fußballfest am Ende der vergangenen Saison gegen Leverkusen und danach das 2:0 in Bremen, mit dem die Champions League fix gemacht wurde. Wir haben nach dem Spiel dank Fohlen.TV wundervolle Einblicke in die Kabine bekommen. Überhaupt wurde uns von Borussia viel ermöglicht, auch im Borussia-Park. Wir waren durch die Kameras von Fohlen.TV an Orten, die für die Öffentlichkeit nie zuvor zugänglich waren. Wie gesagt: Die Fans dürfen sich auf außergewöhnliche Bilder freuen.

Sie haben schon einen Film über den FC Bayern gemacht. Und nun den über Borussia. Was ist anders?

Hiepen Dieser Borussia-Film ist für mich eine echte Herzensangelegenheit. Ich bin ja mit Borussia aufgewachsen und tief mit dem Klub verwurzelt, mein Sohn Louis spielt in der U16. Als der Bayern-Film erschien, hat Karl-Heinz Rummenigge bei der Filmpremiere gesagt, es sei der schönste Film über die Bayern. Dass ihn ein Gladbacher gemacht habe, störe nicht. Das hat mich gefreut. Jetzt geht für mich aber ein Traum in Erfüllung. Es bedeutet mir viel, die jüngste Erfolgsgeschichte der Fohlen auf die Leinwand bringen zu dürfen.

Quelle: RP
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