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Fragen und Antworten zu Angelique Kerbers Krise

Welche Auswirkungen hat das Erstrunden-Aus von Titelverteidigerin Angelique Kerber bei den US Open?

Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin wird in der kommenden Weltrangliste erstmals seit Oktober 2015 nicht mehr in den Top Ten stehen. Als Nummer sechs des Rankings war Kerber in das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres, als Führende in die Saison gestartet. Die Spitzenposition hatte Kerber insgesamt 34 Wochen inne. Nach Wimbledon war die 29-Jährige von Karolina Pliskova (Tschechien) abgelöst worden.

 

Fragen und Antworten zu Angelique Kerbers Krise

Was sind die Gründe für Kerbers schwache Grand-Slam-Bilanz mit zwei Achtelfinal-Teilnahmen sowie zwei Erstrundenpleiten?

Im Gegensatz zu ihrem Traumjahr verliert Kerber 2017 die engen Matches, die sie im Jahr zuvor noch gewonnen hätte. Wie das Achtelfinale in Wimbledon, in dem sie der späteren Turniersiegerin Garbine Muguruza auf Augenhöhe begegnete. Die Kielerin wirkt verunsichert und agiert deshalb auch nicht mehr so aggressiv wie in der vergangenen Spielzeit. Hinzu kommen Blessuren - vielleicht Nachwehen ihrer Traumsaison.

 

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Belegen auch die Zahlen die Krise?

Ja! Während Kerber 2016 24 Erfolge gegen Top-20-Spielerinnen feierte, verlor sie seit Januar sämtliche neun Duelle gegen Konkurrentinnen dieser Güteklasse. Vor den abschließenden Turnieren in Asien hat sie zwar fast genauso viele Niederlagen wie im gesamten letzten Jahr auf dem Konto (18:19), allerdings noch nicht mal die Hälfte der Siege eingefahren (25:64).

 

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Was wäre ein Lösungsansatz?

Obwohl die Zusammenarbeit mit ihrem alten Coach Benjamin Ebrahimzadeh in Flushing Meadows noch nicht fruchtete, wäre der explosive Saarländer eine gute Ergänzung zu Kerbers loyalem Stammtrainer Torben Beltz. Gut möglich aber auch, dass Kerber nach der Saison eine ganz andere Lösung präsentiert.

 

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Was sagt die Expertin?

"Man merkt, dass Angie im entscheidenden Moment das Selbstvertrauen fehlt, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner dem SID: "Dieses Selbstvertrauen kommt nur durch gewonnene Matches. Angie versucht alles, ist auch von der Körpersprache her positiver. Aber das Selbstvertrauen und das Mentale sind nicht auf der Höhe." Rittner ist dennoch optimistisch: "Jetzt soll sie die Saison in Asien gut abschließen, im Anschluss eine gute Off-Season machen - und dann werden wir 2018 auch wieder eine gelöstere Angie sehen."