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Köln
Computerspiele im Unterricht

Köln. Die Digitalisierung wird auf der Bildungsmesse Didacta immer wichtiger. Von Florian Rinke

Als das Industrieunternehmen Bosch vor einigen Jahren ein neues Controlling-Instrument einführen wollte, ließ es seine Mitarbeiter Computer spielen. Sie schlüpften dabei in die Rolle eines Managers, statt sich mühevoll durch Präsentationen und Berichte zu arbeiten, lernten sie spielerisch.

"Computer- und Videospiele sind ein hervorragendes Bildungsmedium", sagt Maximilian Schenk, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware. Umso mehr ärgert ihn, dass diese bislang so selten im Unterricht eingesetzt werden. Gemeinsam mit Unternehmen aus der Branche ist der Verband daher aktuell auf der Bildungsmesse Didacta in Köln unterwegs, um Werbung für das spielerische Lernen zu machen.

"Die Schule ist für unsere Kinder oft der langweiligste Ort der Welt. Spiele können da Abhilfe schaffen", sagt Schenk. Interaktive Biologie-Spiele etwa könnten dabei helfen, das Fach besser zu durchdringen.

Die Digitalisierung ist ein großer Trend auf der diesjährigen Messe. Schulbuchverlage wie Klett präsentieren interaktive Schulbücher, andere ihre Vokabel-Apps. Bildungsforscher wie Jörg Dräger von der Bertelsmann-Stiftung sehen Deutschland bereits am Beginn einer "digitalen Bildungsrevolution".

Wie wichtig digitale Kenntnisse für die Wirtschaft sind, zeigt eine bisher unveröffentlichte Studie, die TNS Infratest im Auftrag des Smartphone-Konzerns Samsung durchgeführt hat. Demnach ist digitales Wissen für jedes zweite klein- beziehungsweise mittelständische Unternehmen schon jetzt ein wichtiges Kriterium bei der Einstellung neuer Mitarbeiter.

Aus Sicht von Bildungsforschern hat die Digitalisierung aber nicht nur Vorteile. Laut einer Studie können 1,2 Millionen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren nicht ausdauernd leserlich und unverkrampft schreiben. Den Hauptgrund sehen viele im zunehmenden Schreiben auf einer Tastatur. Der Präsident des Didacta-Verbands, Wassilios Fthenakis, kritisiert: "Wir müssen dem Terrorismus von E-Mails und WhatsApp etwas entgegensetzen."

Quelle: RP
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