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Finanzberater Sebastian Weißschnur im Interview
Darauf müssen Sie bei einer Geldanlage in Schwellenländern achten

Sebastian Weißschnur, "Masterconsultant in Finance® (IOFC)", berät Kunden seit über 10 Jahren bundesweit in den Bereichen Altersvorsorge und Geldanlage. Er ist von Kunden auf dem unabhängigen Bewertungsportal WhoFinance unter den Top 20 Beratern deutschlandweit ausgezeichnet.

Was sind die bedeutsamsten Anforderungen bei der Beratung zur Geldanlage in Schwellenländern?

Sebastian Weißschnur: Hierbei sollten wir zunächst hinterfragen, welche Länder mit dem Begriff "Schwellenländer" gemeint sind. Allgemein handelt es sich um Staaten, die traditionell zu den Entwicklungsländern zählen, jedoch deren typische Merkmale nicht mehr aufweisen. Diese Staaten erzielen überdurchschnittliche Wachstumsraten, die teilweise bereits höher als die der OECD-Länder ausfallen. Zudem weisen sie eine mit den OECD-Staaten vergleichbare Arbeitsproduktivität bei deutlich niedrigerem Lohnniveau auf.

Hinsichtlich der Beratung wird gerne unterschieden zwischen den sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) und allen übrigen kleineren Ländern, für die die genannten Schwellenland-Kriterien zutreffen. Dabei sollte ein Berater, der eine Geldanlage in solchen Schwellenländern empfiehlt:

  • die Anlageart und –ausrichtung sowie das Anlagerisiko genau auf den Anleger abstimmen (Anlegergerechte Beratung) ü den Anleger über sämtliche anlagespezifische Risiken und Nachteile sowie Besonderheiten aufklären (Anlagegerechte Beratung)
  • anlagenimplizite Risiken minimieren, z.B. indem er den Anlagebetrag auf viele verschiedene Investments innerhalb unterschiedlicher Schwellenländer breit streut
  • Verlustrisiken hinsichtlich des Anlagebetrages minimieren, z.B. indem er Weltregionen beziehungsweise Anlageschwerpunkte wählt, die wirtschaftlich wenig voneinander abhängig sind

Wichtig ist außerdem, dass die Beratung sich nicht von Ergebnissen der großen Ratingagenturen blenden lässt. Diese gehören zu den einflussreichsten Akteuren am Finanzmarkt; sie beeinflussen die großen, institutionellen Anleger bei Kauf- und Verkaufsentscheidungen im Markt – und damit einen Teil der Gesamtnachfrage. Bemerkenswert ist allerdings, dass die meisten Schwellenländer mit eher schlechten Bewertungen vonseiten der Ratingagenturen bedacht werden, obwohl deren Staatsfinanzen meist deutlich solider sind als die der vollkommen überschuldeten Industrienationen.

Welchen Lösungsmöglichkeiten werden heute angeboten?

Sebastian Weißschnur: Derzeit bietet der Markt die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten auch in Schwellenländern an; z.B. Anleihen, Einzelaktien, Mischfonds, Dachfonds oder auch Direktbeteiligungen.

Wie werden diese Lösungen von Ihnen bewertet?

Sebastian Weißschnur: Eine Bewertung dieser Möglichkeiten ist anleger- und anlageorientiert möglich. Basis der anlegerorientierten Bewertung ist die individuelle Anlegersituation. Dazu gehört seine familiäre, wirtschaftliche, berufliche und finanzielle Situation sowie seine Erwartungen und Einstellungen; besonders im Hinblick auf die Rendite und das Risiko einer Geldanlage. Inwieweit eine Geldanlage in einem Schwellenland zum Anleger passt, kann z.B. mit Hilfe eines analytisch aufgebauten Fragebogens herausgefunden werden. Demgemäß sollte einer Anlageentscheidung pauschal weder zu- noch abgesagt werden.

Basis der anlageorientierten Bewertung ist die Ausgangssituation auf dem Weltmarkt, die aktuelle Finanzmarktsituation sowie die einzelwirtschaftliche Situation des jeweiligen Schwellenlandes. Zur Letzteren gehört unter anderem die Staatsverschuldung, die Rohstoffvorkommen sowie die politische Stabilität des jeweiligen Landes.

Anlageprodukte, die Schwellenländer thematisieren, versuchen auf unterschiedliche Weise, wirtschaftliche Chancen innerhalb dieser Staaten wahrzunehmen; wie z.B. hohe Wachstumsraten, einen starken Preisauftrieb oder auch einen großen Zufluss ausländischen Kapitals zu den Börsen dieser Länder.

Mit einer Anleihe wird der Anleger zum Gläubiger für einen einzelnen Emittenten aus einem solchen Schwellenland; mit Direktbeteiligungen oder auch Einzelaktien setzt der Anleger gezielt auf ein einzelnes Segment, ein einzelnes Unternehmen oder ein einzelnes Projekt im Schwellenland. Diese Anlageformen sind recht risikoreich im Verhältnis zur erwarteten Rendite. Mit Misch- und Dachfonds streut der Anleger sein Vermögen auf z.B. mehrere Schwellenland-Märkte, mehrere Regionen, viele Branchen und noch mehr Unternehmungen oder auch Projekte. Bei diesen Anlagen steht das Risiko-Rendite-Verhältnis vergleichsweise in einem eher ausgewogenen Verhältnis.

Worauf sollten Kunden bei einer Beratung zur Geldanlage in Schwellenländern besonders achten?

Sebastian Weißschnur: Die Hilfeschreie einiger großer Banken nach finanzieller Rettung machen auf hohem Niveau deutlich, was im schlimmsten Fall die Folge des falschen Umgangs mit Anlageentscheidungen ist. Dieses Szenario lässt sich getrost auch auf den "Kleinanleger" übertragen. Dieser haftet für seine Entscheidungen sogar in deutlich größerem Ausmaß, denn wenn er sich verspekuliert, ist er bankrott, ohne dass er mit Hilfe einer staatlichen Bürgschaft sein bisheriges Leben unverändert fortsetzen könnte.

Deshalb muss sich der private Geldanleger einen fachlich gut ausgebildeten und seriösen Berater wählen. Hier hilft das Internet mit entsprechenden Bewertungsportalen gut weiter. Wichtig ist, dass alle Fragen des Anlegers ausführlich und sorgfältig geklärt werden. Das ausführliche Abwägen der Vor- und Nachteile, die vom Berater offen und fair angesprochen werden sollten, ist hier von entscheidender Bedeutung.

Was macht ein guter Berater richtig?

Sebastian Weißschnur: Ein guter Berater geht individuell auf den Anleger ein. Er hinterfragt dessen Beweggründe, Motive und Lebensumstände, um seine Anlageempfehlungen bestmöglich darauf abstimmen zu können. Weiterhin erstellt der gute Berater ein individuelles Profil des Anlegers, in dem alle bisher getätigten Geldanlagen samt aller Anlageerfahrungen skizziert werden.

Hinzu kommt die schriftliche Erfassung der persönlichen Risikobereitschaft des Anlegers, die gemeinsam mit dem Anleger anhand von Produktbeispielen erarbeitet wird. Ein guter Berater erstellt also ein maßgeschneidertes Konzept; er erbringt somit eine echte Dienstleistung.

Was macht ein schlechter Berater falsch?

Sebastian Weißschnur: Abgesehen davon, dass ein schlechter Berater die bereits beschriebene Dienstleistung nicht vollständig erbringen wird, ist es sicherlich oft der Fall, dass anlageimmanente Risiken viel zu wenig besprochen werden. Dies können Währungsrisiken der Geldanlage, genauso aber auch politische Unruhen innerhalb des Investitionslandes sein, die die normalerweise lukrativ erscheinende Investition dadurch unattraktiv machen. Weist der schlechte Berater aber auf solche Risiken nicht genügend hin, geht der Anleger ein viel zu hohes Risiko im Verhältnis zur erwarteten Rendite ein.

Ein weiterer Fehler, der vermieden werden kann, ist, dass der schlechte Berater seinem konservativ eingestellten Anlagekunden ein Anlageprodukt empfiehlt, das einer im Risiko deutlich höheren Klasse zugeordnet werden müsste. Hier missachtet dieser Berater massiv die anlegergerechte Beratung.


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