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München
Fitschen-Prozess soll im April enden

München. Die Deutsche-Bank-Manager dürfen offenbar auf ein mildes Urteil hoffen.

Im Prozess gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen und vier weitere Top-Banker ist ein Ende in Sicht. Die Beweisaufnahme solle am 23. Februar geschlossen werden, kündigte der Vorsitzende Richter Peter Noll an. Spätestens im April soll das Urteil verkündet werden. Eine harte Strafe müssen Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weitere Ex-Manager wohl nicht fürchten. Noll ließ erneut deutliche Zweifel an der Anklage wegen versuchten Prozessbetrugs durchblicken: "Die Zeugen haben die unter Beweis gestellten Tatsachen überwiegend nicht bestätigt."

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, in einem Zivilprozess um Schadenersatzforderungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Damit wollten sie aus Sicht der Ankläger die Bank schützen. Die Manager hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Verteidiger warfen der Staatsanwaltschaft eine Verschwörungstheorie und Prozessverschleppung durch immer neue Beweisanträge vor. Ursprünglich sollte der Prozess längst beendet sein, musste aber wegen der Vielzahl der Anträge immer wieder verlängert werden.

Für den Fall, dass die Richter den Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs nicht bestätigt sehen, ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft auch eine Bestrafung wegen einer Verletzung der Aufsichtspflichten der Manager denkbar. Fitschens Verteidiger Hanns Feigen übte scharfe Kritik an dieser Einschätzung: "Damit will die Staatsanwaltschaft offenbar einen neuen Themenbereich in das Strafverfahren einführen, der weit von dem entfernt ist, was den Vorständen in der Anklageschrift zur Last gelegt worden ist." Auch Richter Noll zeigte sich verwundert über diese Einschätzung der Staatsanwaltschaft. Er könne die allseitige Überraschung über den neuen Vorstoß nachvollziehen.

(dpa)
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