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Duisburg
IHK wehrt sich gegen Vorwurf der Migranten-Feindlichkeit

Duisburg. Ein jahrelang schwelender Konflikt der Leiterin eines Duisburger Berufskollegs mit der dortigen Industrie- und Handelskammer (IHK) hat gestern das Düsseldorfer Landgericht erreicht. Die IHK für Duisburg, Wesel und Kleve will die Frau (51) per Zivilklage dazu zwingen, eine schlimme Behauptung über die IHK künftig zu unterlassen. Ob es hier zum Urteil kommen muss, ist aber noch offen.

Die Frau hatte als Leiterin des von ihr gegründeten Berufskollegs in einem Schreiben an die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erklärt, sie fühle sich von der IHK wegen ihrer jüdisch-polnischen Herkunft diskriminiert. So habe sie nach früheren Unstimmigkeiten mit der IHK in deren Räumen nach einer Toilette gefragt, sei vom Pförtner aber abgewiesen worden mit den Worten: "Migranten haben wir in Duisburg genug." Das hatte sie prompt bei Hannelore Kraft angeprangert.

Ein IHK-Anwalt sagte gestern, die Kammer habe den Vorwurf "ernst genommen", aber nach hausinterner Prüfung keine Bestätigung gefunden, und wolle der Schulleiterin deren Behauptungen nun untersagen lassen. Erst auf Anraten des Richters ("Wollen wir uns als Teil der Gesellschaft wirklich in solchen Sachen verzetteln?") gelobten die Anwälte beider Seiten, den Fall ohne Gerichtshilfe zu klären. Vorerst haben die Anwälte also beantragt, das Gerichtsverfahren ruhen zu lassen.

(wuk)
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