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Düsseldorf/München
Personalabbau bei E-Plus gebremst

Düsseldorf/München. Bis Jahresende sollten rund 700 Stellen weg sein. Das ist aufgeschoben. Von Reinhard Kowalewsky

Beim fusionierten Telefonkonzern Telefonica/E-Plus zwingt der Betriebsrat den Vorstand zu Zugeständnissen beim geplanten Personalabbau. Nach wochenlangen Verhandlungen erfuhren die Mitarbeiter gestern in einer Mail, dass der vorgesehene Abbau von 700 der 9200 Stellen zum Jahresende erst einmal nicht stattfinden wird. Gleichzeitig garantiert die Geschäftsführung aber bereits hohe Abschiedsprämien. Als "Mindeststandard" für den künftigen Sozialplan gilt laut einer Mail des Vorstandes an die Mitarbeiter ein Vertrag, den Telefonica im Jahr 2010 bei der Übernahme von Hansenet in Hamburg unterschrieb.

Damals erhielten Mitarbeiter im Schnitt rund zwei Monatsgehälter an Abfindung, berichten Insider. Allerdings bekamen Beschäftigte mit langer Betriebsdauer und hohem Lebensalter überdurchschnittlich viel Geld, außerdem gab es Zuschläge für jedes zu versorgende Kind. "Wir sind uns über Minimal-Abfindungen einig, der Stellenabbau kommt später", erzählt ein Kenner der Verhandlungen.

Nach dem bisherigen Angebot würde der ganze Sozialplan 270 Millionen Euro kosten, um bis Ende 2018 insgesamt 1600 Stellen abzubauen. Die Betriebsräte hoffen jedoch noch auf eine höhere Summe. Pro Stelle käme aber bereits jetzt schon eine Abfindung von durchschnittlich knapp 170 000 Euro zusammen.

Das Zurückrudern der Geschäftsführung rund um Vorstandschef Thorsten Dirks hängt wohl auch damit zusammen, dass die Betriebsräte juristisch gegen den Personalabbau vorgegangen waren. Unter Aufsicht eines Amtsrichters in München wurde dabei als Kompromiss vereinbart, dass der Personalabbau erst stattfinden darf, wenn es einen vereinbarten Sozialplan gibt.

Allerdings haben auch die Betriebsräte ein Zugeständnis gemacht: Nachdem bereits feststeht, wer die Führungspositionen in den zwei Ebenen unterhalb des Vorstandes besetzen wird, darf die Geschäftsführung nun die zwei nächsten Führungspositionen benennen. Dies bedeutet faktisch, dass grob gerechnet rund 150 Mitarbeiter in den nächsten Wochen erfahren werden, dass sie gegen eine Abfindung gehen sollen, sofern sich nicht zufällig für sie eine andere Position im Konzern findet.

Quelle: RP
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