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Bedeutung wächst: Rechtsschutz: Das ist wichtig

VON UWE SCHMIDT-KASPAREK - zuletzt aktualisiert: 06.03.2008 - 08:08

Düsseldorf (RP). Eine Rechtsschutzversicherung kann für viele private Streitigkeiten eine gute Absicherung sein. Doch sie greift nicht in allen Fällen. Und: Man muss erst einmal eine Zeitlang zahlen, ehe man den Schutz in Anspruch nehmen kann.

Früher fristete die Rechtsschutzversicherung ein eher kärgliches Dasein. Doch das hat sich geändert - auch in den Augen der Verbraucherschützer und sogar der Stiftung Warentest. „Warentest empfiehlt den Schutz mittlerweile sogar“, freut sich Vorstand Karsten Eichmann von der Hamburger Advocard. Ihr Nischendasein hat die Police wohl verloren. Doch bis zum „Liebling“ der Verbraucherschützer ist es noch weit.

Bedeutung Wie wichtig ist die Police? „Die Rechtsschutzversicherung steht bei der Absicherung eines Haushaltes hinten an“, sagt Versicherungsberater Kai Walter aus Gelnhausen. Wichtiger sind auf jeden Fall private Haftpflicht und Berufsunfähigkeits-Schutz. Doch dahinter steht die Rechtsschutzpolice immerhin schon auf Platz drei. Und zwar die ganze Police - ohne Abstriche.

Falsch und gefährlich ist der Rat „nur Verkehrsrechtsschutz abzuschließen“. Der Grund: Neben der plötzlichen Unfallverletzung als Fußgänger, Auto- oder Radfahrer gibt es für jeden Menschen noch einen zweiten gefährlichen Schaden, der die Existenz bedroht - der private Schadenersatzprozess nach einer Unfallverletzung. „Sie können beispielsweise von einem Hund gebissen oder in einer Schlägerei verletzt werden. Auch durch den Kunstfehler eines Arztes ist ein lebenslanger Schaden möglich“, warnt Hubert van Bühren, Fachanwalt für Versicherungsrecht aus Köln. In diesen Fällen geht es um viel Geld und einen hohen Streitwert.

Zudem müssen meist medizinische Sachverständige eingeschaltet werden, deren Gutachten sehr teuer sind. Und in allen Fällen hat das Opfer es mit einem mächtigen und erfahrenen Gegner zu tun - der gegnerischen Haftpflichtversicherung. „Wenn es böse kommt, muss das Opfer erst darum kämpfen, dass die Schuld des Autofahrers oder Arztes anerkannt wird“, so Jurist van Bühren. „Erst in einem weiteren Prozess geht es dann um die Höhe der Entschädigung.“ Und die Haftpflichtversicherung hat Zeit - im Gegensatz zum Opfer.

„Wir verraten dem Gegner dann oft nicht, dass der Betroffene gar keinen Kostenschutz hat“, sagt Verkehrsrechtlerin Marlene Haag von der Kanzlei Grußeck & Kollegen aus Kenzingen. Grund: Glaubt der gegnerische Haftpflichtversicherer, dass der Gegner finanziell ebenfalls mehrere Prozesse durchstehen kann, ist er schneller zum Vergleich bereit. Viel besser ist es natürlich, mit der Rechtsschutzpolice im Rücken auf gleicher Augenhöhe streiten zu können.

Lücken Keinen Schutz gibt es bei vorsätzlichen Straftaten wie Diebstahl, Raub oder Mord. „Zu mir kommen immer wieder Mandanten, die beispielsweise eines Ladendiebstahls beschuldigt werden und dann aufgebracht sind, dass die Rechtsschutzversicherung nicht zahlt“, erzählt der Erfurter Rechtsanwalt Michael Burmann. „Denen muss ich dann schonend beibringen, dass man den Rechtschutz nicht für jede Lebenslage kaufen kann.“ Dies gilt auch beim Kauf und Bau von Immobilien oder beim Erben.

Kommt es in der Ehe zu Streit, zahlen die meisten Versicherer ledig eine Beratung. Beim Immobilienerwerb oder in der Ehe sei Streit normal, argumentieren die Versicherer. Versichern könne man aber nur Risiken - also beispielsweise einen Verkehrsunfall. Versichert ist zudem nur der Streit, der nach Abschluss des Versicherungsvertrages aufgetreten ist. Der wiederum darf vielfach nicht sofort ausbrechen. Üblich ist eine Karenzzeit von drei Monaten für Arbeits-, Wohnungs-, Vertrags-, Steuer-, Sozialgerichts- und Verwaltungs-Rechtsschutz.

Welche Police? Rechtschutzversicherungen seien teuer, heißt es oft. Das stimmt, wie ein Vergleichstest des Marktbeobachters Morgen & Morgen zeigt. Im Schnitt zahlt man für umfassenden Familien-Schutz einschließlich Verkehrs- und Mietrechtsschutz 270 Euro. Doch es geht auch günstiger. Wer Mitglied der Automobilclubs Kraftfahrer-Schutz (KS) wird, zahlt bei der Auxilia lediglich 189 Euro pro Jahr. Den Preis gibt es allerdings nur bei einer Eigenbeteiligung pro Schaden in Höhe von 250 Euro.

Noch günstiger sind Baustein- und Zielgruppen-Policen, wie sie etwa für Senioren angeboten werden. Die brauchen beispielsweise keinen Arbeitsrechtsschutz mehr. Gleiches gilt für Gewerkschaftsmitglieder. Und wer in einem Mieterverein ist, braucht keinen Mietrechtsschutz. Viele Autofahrer können ebenfalls abspecken, weil sie schon über ihren Auto-Club eine Verkehrsrechtsschutz-Police besitzen. Und auch die Wahl einer hohen Selbstbeteiligung von bis zu 500 Euro hilft beim Sparen.


 
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