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Angriffe nach Streit um Sparplan
Air-France-Mitarbeiter reißen Managern Kleider vom Leib

Air-France-Managern werden Kleider vom Körper gerissen
Air-France-Managern werden Kleider vom Körper gerissen FOTO: afp, ALB/GBA
Paris. Der Streit um einen neuen Sparplan bei der französischen Fluggesellschaft Air France ist in Gewalt umgeschlagen. Aufgebrachte Air-France-Mitarbeiter stürmten am Montag in Paris ein Treffen von Konzernführung und Betriebsrat und attackierten mehrere Unternehmensverantwortliche.

Der Personalchef der Fluggesellschaft sei dabei beinahe "gelyncht" worden, sagte ein Gewerkschaftsvertreter. Die Unternehmensleitung zeigte sich aber neuen Verhandlungen gegenüber aufgeschlossen.

Demonstranten rissen in dem Tumult Air-France-Personalchef Xavier Broseta das Hemd ab, sie riefen dabei "ausziehen" und "Rücktritt". Der Spitzenmanager musste von Sicherheitsleuten in Sicherheit gebracht werden. Attackiert wurde auch der Manager Pierre Plissonnier, der bei Air France für Langstreckenflüge zuständig ist. Sein Hemd wurde vollkommen zerrissen. Bei seiner Flucht musste der Manager über einen Zaun klettern.

Insgesamt wurden bei den Zusammenstößen sieben Menschen verletzt, wie die Unternehmensführung am frühen Abend mitteilte. Ein Wachmann habe schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen.

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Air France verurteilte die "körperliche Gewalt" gegen seine Manager und kündigte Anzeigen an. Auch die Gewerkschaft CFDT verurteilte die Angriffe und bezeichnete sie als "unwürdigen Gewaltausbruch". Zugleich forderte sie die Unternehmensführung zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Frankreichs Premierminister Manuel Valls zeigte sich bei einer Japan-Reise "schockiert" über die "inakzeptable Gewalt" und sprach der Air-France-Spitze seine Unterstützung aus.

Die Konzernleitung war am Montagmorgen mit dem Air-France-Betriebsrat zusammengekommen, um die Belegschaft über einen neuen Sparplan zu informieren. Dieser bedroht 2900 Arbeitsplätze – 300 Piloten, 900 Flugbegleiter und 1700 Mitarbeiter des Bodenpersonals.

Air-France-Chef flüchtete

Zwischen 1000 und 1500 Demonstranten versammelten sich zeitgleich vor der Konzernzentrale nahe des Hauptstadtflughafens Charles de Gaulle, um gegen die geplanten Sparmaßnahmen zu protestieren. Hunderte von ihnen stürmten dann die seit rund einer Stunde laufende Betriebsratssitzung. Air-France-Chef Frédéric Gagey flüchtete aus dem Sitzungsraum. Das Treffen wurde abgebrochen.

Nach den Ausschreitungen zeigte sich Air France-KLM zur Wiederaufnahme von Verhandlungen bereit. Die Unternehmensführung sei "jederzeit" für erneute Gespräche zu haben, erklärte der Vorstandsvorsitzende Alexandre de Juniac. Gleichwohl sei das Unternehmen fest entschlossen, "unausweichliche Anpassungsmaßnahmen" zur Wahrung seiner Wettbewerbsfähigkeit vorzunehmen.

Fluggesellschaft will wettbewerbsfähiger werden

Air France ist in Europa durch Billigflieger und bei Langstreckenflügen durch die Konkurrenz von Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten unter Druck geraten. Mit dem Sparplan "Perform 2020" wollte die Fluggesellschaft wieder wettbewerbsfähiger werden, Verhandlungen mit den Piloten-Gewerkschaften scheiterten aber. Vergangene Woche gab der Verwaltungsrat des Konzerns daher grünes Licht für einen alternativen Sparplan.

Air France setzt bei den möglichen 2900 Stellenstreichungen auf freiwillige Abgänge, schließt aber auch Entlassungen nicht aus. Im Zuge eines vorherigen Sparplans wurden bei Air France zwischen 2012 und Ende 2014 bereits 5500 Stellen gestrichen.

Gekürzt werden soll insbesondere das Angebot von Langstreckenflügen. Im Zuge des Sparplans will Air France überdies die Bestellung mehrerer Boeing 787 bei dem US-Hersteller annullieren, wie aus Unternehmenskreisen verlautete. Air France hatte 2011 bei Boeing 25 Flugzeuge vom Typ 787-9 Dreamliner in Auftrag gegeben.

Hier geht es zu den Bildern der Ausschreitungen.

(AFP)
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