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Baufirma
Insolvenzverfahren bei Imtech wird mehrere Jahre dauern

Hamburg. Die skandalumwitterte Baufirma Imtech kann weitermachen - am Berliner Flughafen und auf 500 weiteren Baustellen. Dem Insolvenzverwalter ist es in einem knappen Zeitfenster gelungen, die Firma weitgehend in neue Hände zu überführen. Das Insolvenzverfahren wird sich dennoch hinziehen.

Über das Vermögen des Baudienstleisters Imtech Deutschland ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das teilte Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt am Montag in der Hansestadt mit. Für ihn und sein Team beginne nun die Umsetzung der Übertragung der Betriebe sowie die aufwendige Bearbeitung von Gläubigerforderungen, Prozessen und sonstigen Altlasten zur Befriedigung der Gläubiger. Die Schulden von Imtech Deutschland betragen aktuell rund 150 Millionen Euro.

Mit einem Abschluss des Insolvenzverfahrens rechnet Borchardt frühestens in sechs Jahren. Solange laufen noch Garantiefristen für Bauprojekte der insolventen Imtech Deutschland und vorher sei auch nicht mit einem Abschluss der vielen Bauprozesse zu rechnen. "Ich plane, schnellstmöglich eine Abschlagverteilung vorzunehmen. Dies wird aufgrund der zahlreichen noch ungeklärten Forderungen jedoch keinesfalls vor Ende 2017 möglich sein", sagt Borchardt.

Tochtergesellschaften und Beteiligungen verkauft

Die wichtigsten Entscheidungen über die Zukunft des Unternehmens sind bereits in den vergangenen Wochen im vorläufigen Insolvenzverfahren gefallen. Einige Tochtergesellschaften und Beteiligungen wurden verkauft, das Kerngeschäft wird von einer Tochtergesellschaft der Bremer Gustav Zech Stiftung weitergeführt. Zech plant, einen erheblichen Anteil der noch 500 Imtech-Baustellen mit den Mitarbeitern fortzuführen, darunter auch die Arbeiten am Hauptstadtflughafen BER.

Imtech hatte am 6. August Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen war durch Missmanagement schon 2012 in Turbulenzen geraten und wird mit Korruption, überhöhten Forderungen, unerlaubten Absprachen und undurchsichtigen Transaktionen in Verbindung gebracht. Verschiedene Staatsanwaltschaften ermitteln gegen Imtech. Auch die niederländische Muttergesellschaft Royal Imtech ist insolvent und teilweise bereits verkauft. Ihr gegenüber machte die deutsche Tochter Forderungen in Höhe von 21 Millionen Euro geltend. Der Imtech-Umsatz in Deutschland und Osteuropa betrug zuletzt 860 Millionen Euro, der Verlust (Ebitda) 126 Millionen Euro.

(lsa/dpa)
 
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