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"Was wir tun, wenn der Aufzug nicht kommt": Überwiegend lustige Grafiken

VON DAGMAR HAAS-PILWAT - zuletzt aktualisiert: 26.12.2011 - 15:52

Düsseldorf (RP). Wer an der Ampel ankommt, hat meist rot. Ist doch so, oder? Was macht man, wenn der Bürokaffee alle ist? Neuen kochen oder durch alle Räume laufen, um sich bei jedem Kollegen zu beschweren? Warum sind die Sitznachbarn im Flugzeug das Schlimmste beim Fliegen? Wieso werden im Tatort die meisten Leichen beim Spaziergang im Wald gefunden? Warum versuchen wir eine Tür aufzudrücken, obwohl der Hinweis "Ziehen" draufsteht? Katja Berlin (31) und Peter Grünlich (39) wissen die Antworten.

All die kleinen Frustrationen und banalen Alltagswahrheiten, die jeder von uns kennt, haben sie in farbenfrohe Torten, Balken und andere Diagramme übersetzt.

Dabei sind die beiden Autoren nicht etwa wissenschaftlich mit harten Fakten, Zahlen und statistischen Daten an die Arbeit gegangen, sondern intuitiv, mit viel Fantasie und noch mehr Humor – was den Unterhaltungswert ungemein steigert. Entstanden ist ein Bilderbuch des unnützen Wissens mit einer frei erfundenen "Welt in überwiegend lustigen Grafiken".

"Schaubilder haben eigentlich ja etwas Seriöses und wirken streng wissenschaftlich", sagt die Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin. Dabei sei jedoch die Welt viel zu global und zu komplex, um sie überhaupt visuell in Diagrammen darstellen, geschweige denn erklären zu können. Die beiden Autoren haben deshalb gesammelte Vorurteile, Ahnungen und gefühltes Wissen auf komische Art und Weise kurz und knapp in einen optischen Witz verpackt.

Verzerrte Wahrnehmung

Große Fragen werden auf das Wesentliche vereinfacht – man hat das Gefühl, zu verstehen und verstanden zu werden. Der in den Info-Grafiken veranschaulichte Unterschied zwischen Wirklichkeit und gefühlter Realität verblüfft, amüsiert und begeistert – denn Bilder sagen doch mehr als tausend Worte. Wen wundert's – die visuelle Wahrnehmung steht beim Menschen mit Abstand an erster Stelle der Informationsaufnahme.

Und stimmt es denn nicht, dass jeder, wenn der Aufzug nicht kommt, statt geduldig zu warten oder vielleicht die Treppe zu nehmen, wild auf dem Knopf rumdrückt? Geht Ihnen das auch so? Geräte geben immer dann ihren Geist auf, wenn die Garantie gerade drei Tage abgelaufen ist, oder?

Verzerrte Wahrnehmung ("Das kommt einem nur so vor") nennen das die Experten. Denn die Ampel wird ja sicher nicht wegen uns rot. Oder die Schlange an der Supermarktkasse stockt nicht, nur weil wir uns einreihen. Mit der Paradoxie des wirklichen Lebens können wir nicht umgehen und nehmen uns viel zu oft zu wichtig.

Eine spaßige Ablenkung

Für die komplexe Welt scheint unser Gehirn nicht gemacht, und darum haben Statistiken, Tortenbilder und Grafiken auch eine so große Macht. Katja Berlin und Peter Grünlich (beide Namen sind Pseudonyme) drehen den Spieß einfach um. Liebevoll ironisch machen sie klar: Die Welt hat die Möglichkeiten der Diagramme längst gesprengt, sie sind lediglich Krücken, um die Informationsflut zu transportieren.

Die von ihnen frei erfundenen Daten und Fakten sind zwar ungeeignet für eine seriöse PowerPoint-Präsentation, aber umso mehr eine spaßige Ablenkung. Und Tipps halten sie auch noch bereit: von "Produktivität bei Hausarbeiten über "Was Handwerker sagen" bis zu "Anleitungen zum Glücklichsein in Frauenmagazinen", die über "Du musst schlanker werden und dich besser schminken" final in der Aufforderung gipfeln "Du musst ganz du selbst sein!".

Wer schon immer geglaubt hat, dass ein Studium wenig bis gar nicht auf den Beruf vorbereitet, bekommt nun den statistischen Beweis geliefert. Ein Kreis zeigt den Satz "Dinge, die man im Studium lernt", ein anderer "Dinge, die man im Berufsleben braucht". Beide treffen sich in der Schnittmenge, und die besteht lediglich aus einer einzigen Gemeinsamkeit: "Das Ertragen von Kantinenessen".

Quelle: RP/csr/rm/pst


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