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Düsseldorfer Entführungsfall
Minecraft: Open-World-Spiel ohne echtes Ziel

Minecraft - wie Entführer und Opfer sich kennenlernen konnten
Die Minecraft-Welt besteht aus Klötzchen. Im Mehrspieler-Modus können die Spieler miteinander kommunizieren. FOTO: Microsoft
Düsseldorf. Minecraft hat keine Handlung und eine fürchterliche Grafik - und doch ist das Klötzchenspiel einer der größten Spielehits der vergangenen Jahre. Jetzt haben offenbar ein Mann aus Düsseldorf und sein Entführungsopfer aus der Schweiz bei Minecraft Kontakt geknüpft. Um was geht es bei Minecraft eigentlich? Von Christoph Schroeter

Minecraft ist ein sogenanntes Open-World-Spiel. Das heißt, man kann sich dort bewegen, wohin man möchte. Die ganze virtuelle Welt ist durchzogen von Bergen, Wäldern, Meeren, Ebenen und Höhlen. Ein wirkliches Spielziel gibt es bei Minecraft nicht.

Der Spieler erkundet seine Welt, er kann beispielsweise Gebäude errichten und auch wieder einreißen. Aus den beiden Tätigkeiten Rohstoffe abbauen ("Mine") und diese zu anderen Gegenständen weiterverarbeiten ("Craft") ergibt sich der Name des Spiels.

Die Welt in Minecraft setzt sich zum größten Teil aus Blöcken zusammen, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen, etwa Holz, Erde oder verschiedenen Arten von Erz. Aus der Kombination verschiedener Blöcke lassen sich Gegenstände wie Waffen oder Werkzeuge herstellen.

Der Spieler trifft in seiner Welt auf unterschiedliche Charaktere: Dorfbewohner, Tiere oder Monster. Mit den Dorfbewohnern kann Handel getrieben werden, friedliche Tiere wie Schweine oder Schafe können als Rohstoffquellen für Fleisch oder Wolle genutzt werden. Vor Spinnen und Zombies muss man sich in Acht nehmen, diese greifen den Spieler an und müssen getötet werden.

Grundsätzlich gibt es zwei Methoden, Minecraft zu spielen: In der Offline-Variante läuft man durch seine eigene Welt, kann diese gestalten wie man möchte, trifft dort auf die oben erwähnten Charaktere, mehr aber auch nicht. Die deutlich populärere Variante ist der Mehrspieler-Modus. 

Dazu meldet man sich auf einem der zahlreichen Mehrspieler-Server an, diese sind meistens kostenlos, es gibt aber auch Server, für die eine Gebühr bezahlt werden muss. Dort trifft man sich mit mehreren Spielern in einer Welt. Auf vielen dieser Server werden Wettbewerbe ausgetragen. Die Spieler in einer solchen Online-Welt, die sich allesamt mit Nicknames anmelden, können per Chat miteinander kommunizieren.

Das folgende Video gibt einen Einblick in Minecraft. Zu sehen ist ein Spiel auf einem Mehrspieler-Server. Chats laufen im Bereich links unten auf dem Bildschirm.

Auf diese Weise ist wohl auch der Kontakt zwischen dem zwölfjährigen Jungen aus der Schweiz und seinem mutmaßlichen Entführer, einem 35-jährigen Mann aus Düsseldorf, zustande gekommen.

Minecraft wurde von dem Schweden Markus 'Notch' Persson entwickelt, eine erste Alpha-Version wurde im Mai 2009 veröffentlicht. Im November 2011 kam die erste offizielle Version auf den Markt. Im September 2014 übernahm Microsoft den Minecraft-Erfinder Mojang für fast zwei Milliarden Euro.

Bis März 2016 wurden von der PC-Variante rund 23 Millionen, von der Xbox-Version 20 Millionen Stück verkauft. Rechnet man alle Versionen zusammen, ging Minecraft bereits über 100 Millionen Mal über die Ladentheke und zählt damit zu den erfolgreichsten Computerspielen überhaupt.

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