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Kritik an Flüchtlingspolitik
Erika Steinbach provoziert mit fremdenfeindlichem Foto

Chronik: Dauerstreit um Erika Steinbach
Chronik: Dauerstreit um Erika Steinbach FOTO: APN
Düsseldorf. Aufregung in den sozialen Netzwerken: Nachdem die CDU-Politikerin Erika Steinbach ein provozierendes Foto auf Twitter veröffentlicht hatte, ist ein Sturm der Entrüstung losgebrochen. Die Intention von Steinbach kann nur als Fremdenfeindlichkeit verstanden werden. Von Daniel Fiene

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach ist schon öfter mit provozierenden Aussagen in sozialen Netzwerken aufgefallen. Mit dem Verbreiten von diesem Foto hat sie allerdings besonders viel Empörung ausgelöst. "Deutschland 2030" lautet die Überschrift des Fotos. Zu sehen ist eine Gruppe von dunkelhäutigen Kindern, die sich um ein blondes Kleinkind stellen und es neugierig anschauen. Kommentiert wird die Szene auf dem Foto mit der Frage: "Woher kommst du denn?"

Hintergrund: Erika Steinbach im Kurzportrait FOTO: ddp

Die Reaktionen auf das Foto sind eindeutig: Das Bild sei "widerlich, rassistisch, hetzerisch", wie Simone Peter schreibt. "Und kein Unterschied mehr zu rechten Parteien." Oliver Das Gupta ergänzt: "Als Sohn eines indischen Vaters frage ich Sie: Was wollen Sie mit diesem Foto sagen?"

Diese Frage stellen sich tatsächlich viele Nutzer, denn nachdem sie das Foto gepostet hatte, herrschte auf Steinbachs Twitter-Account stundenlanges Schweigen. Viele Nutzer empfanden das als Provokation. Inzwischen hat die Politikerin auf die Kritik an dem Post reagiert -  von einer Entschuldigung ist jedoch nichts zu lesen. 

Ein weiteres Posting Steinbachs sollte die Twitter-Nutzer offenbar dazu auffordern, ihre Aussage mit Humor zu nehmen.

Am Montag hatte Steinbach noch getwittert: "Ich hetze niemals gegen Menschen. Ich halte aber die deutsche Migrationspolitik für fatal." In diesem Kontext lässt ihr gepostetes Foto keinen Interpretationsspielraum. Die Aussage: Wird Merkels Migrationspolitik fortgesetzt, drohe Deutschland die Verfremdung. 

Pikantes Detail: Steinbach ist die Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. "Rassistische Hetze bringt niemanden was, Sie sollten mal langsam an Rücktritt denken", schreibt HerrNewstime. Twitter-Nutzer Christoph Kappes konfrontiert Steinbach mit einer Aussage des Bunds der Vertriebenen, dessen Vorsitzende Steinbach viele Jahre war: "Den heute nach Deutschland kommenden Flüchtlingen begegnen die deutschen Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler mit Empathie" (Quelle).

Parteikollegen von Steinbach haben bereits auf Twitter reagiert und sich von der Aussage des Fotos distanziert: 

Peter Tauber, Generalsekretär der CDU:

Matthias Hauer, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Essen:

Armin Laschet, Vorsitzender der CDU-NRW:

Fünf Stunden nachdem Steinbach ihr Foto veröffentlicht hatte, hat ein anderes Foto deutlich mehr Unterstützung bekommen. Scotty Peace veröffentlichte zwei Hände mit unterschiedlicher Hautfarbe, die fest verschlossen sind. Die Überschrift: "Deutschland 2030". Diesem Foto haben Twitter-Nutzer am Abend bereits 1900 Herzen verliehen - das von Steinbach sammelte nur 297 Herzen ein.

(dafie / RPO)
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