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Bayreuther Festspiele
Angebliches Hügelverbot für Eva Wagner-Pasquier

Eva Wagner-Pasquier - Rätsel um angebliches Hügel-Verbot
Eva Wagner-Pasquier (l.) und Katharina Wagner. FOTO: AP
Bayreuth. Der Festspielsommer rückt näher und in Bayreuth ist ein angebliches Hügel-Verbot für die scheidende Festivalchefin Eva Wagner-Pasquier im Gespräch. Eindeutig äußern will sich niemand. Nur der sonst so stille Dirigent Petrenko findet deutliche Worte.

Wenige Wochen vor Beginn der Bayreuther Festspiele gibt es Wirbel um ein angebliches Hügelverbot für die scheidende Festivalchefin Eva Wagner-Pasquier. "Ring"-Dirigent Kirill Petrenko erwog wegen der derzeitigen Turbulenzen - es gab auch eine Umbesetzung bei einer wichtigen Partie im "Ring des Nibelungen" - sogar eine Absage für die diesjährigen Richard-Wagner-Festspiele (25. Juli bis 25. August), wie er am Freitag erklärte. "Nur die Verantwortung und der Respekt meinen Kollegen in Bayreuth gegenüber, die ich nicht so knapp vor Beginn der Proben im Stich lassen kann, hält mich davon ab, meine Mitwirkung aufzukündigen", teilte Petrenko mit.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete am Freitag über das angebliche Hügelverbot für die Festspielchefin. Wagner-Pasquiers Anwalt Peter Raue sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe ein Schreiben erhalten, wonach Wagner-Pasquier in künstlerischen Vertragsangelegenheiten und beim Casting kein Mitspracherecht mehr haben solle. Zudem solle die 70-Jährige vom 1. Juni bis zum 20. Juli nicht auf dem Grünen Hügel anwesend sein. Es gebe seinen Recherchen zufolge allerdings keinen derartigen Beschluss der Gesellschafterversammlung, sagte Raue.

"Keiner wird zu Frau Wagner-Pasquier sagen, sie habe hier nichts zu suchen."

Georg von Waldenfels, Chef der Mäzenatenvereinigung Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, ist derzeit Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Keiner wird am Hügel stehen und zu Frau Wagner-Pasquier sagen, sie habe hier nichts zu suchen."

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Weitere Angaben wollte er nicht machen. Es gehe um Vertragsmodalitäten, hier solle Vertraulichkeit gewahrt bleiben. "Und daran halte ich mich." Es habe lediglich Überlegungen gegeben, dass jemand, dessen Vertrag ausläuft, keine Entscheidungen mehr trifft, die die Zeit nach ihm betreffen. Dass man Wagner-Pasquier nach dem Ende ihrer Amtszeit einen Beratervertrag anbieten möchte, "zeigt doch, dass wir sie weiter einbinden wollen". Zu den Gesellschaftern gehören neben der Mäzenatengesellschaft noch der Bund und das Land Bayern und die Stadt Bayreuth.

Letzte Festspiele für Wagner-Pasquier

Wagner-Pasquier leitet die Festspiele mit ihrer Halbschwester Katharina Wagner. Im September 2015 soll sie aus der Festivalleitung ausscheiden.

Petrenko nahm in seiner Stellungnahme noch eine andere Personalie ins Visier - das Aus von Lance Ryan als Siegfried in der Tetralogie "Ring des Nibelungen". Stefan Vinke soll die Partie übernehmen. "Ich bin zutiefst irritiert in Bezug auf den unprofessionellen und völlig würdelosen Umgang der Bayreuther Festspiele mit der Festspielleiterin Eva Wagner-Pasquier und dem Darsteller Lance Ryan, den zwei Persönlichkeiten, die mein bisheriges künstlerisches Wirken in Bayreuth maßgeblich mitgetragen haben", sagte der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper.

Die Vorfreude auf sein Engagement bei den Festspielen sei "riesengroß", so Petrenko weiter. "Deshalb habe ich im Vorfeld viele Kompromisse, die unter anderem eine präzedenzlose Probenzeitverkürzung betreffen, akzeptiert. Die Ereignisse der letzten Wochen markieren allerdings eine Grenze, die ich nicht kommentarlos stehen lassen kann."

(dpa)
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