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Frederick Lau in "Schrotten!"
Malocher-Komödie mit Herz

Frederick Lau in "Schrotten!" : Malocher-Komödie mit Herz
Lucas Gregorowicz (l) und Frederick Lau spielen die Hauptrollen in "Schrotten". Der Film startet am 5. Mai in den Kinos. FOTO: dpa, hjb
Berlin . Ein ruppiger Familienclan vom Schrottplatz kämpft ums Überleben: Das Spielfilmdebüt von Max Zähle überzeugt mit starken Typen und Sinn für Timing.

In deutschen Komödien treffen wir fast immer auf coole, gut aussehende Großstadt-Bewohner, die durch hübsch aufgemotzte Szenebezirke spazieren und sich verlieben dürfen. Ganz weit entfernt von diesem aseptischen Hochglanz-Ambiente hat Regisseur Max Zähle (38) sein wunderbar komisches, hochkarätig besetztes Spielfilmdebüt angesiedelt.

Whiskey-Cola statt Bionade: "Schrotten!" spielt auf einem gottverlassenen, verregneten Schrottplatz irgendwo im Wald in Norddeutschland, und überzeugt als gut gespielte Komödie mit Sinn für Timing, skurrile Wendungen und Wortwitz, inklusive ein paar Brocken der Ganovensprache Rotwelsch. Beim diesjährigen Max-Ophüls-Festival heimste der Film bereits den Publikumspreis ein.

Regisseur Max Zähle, der 2012 für seinen Kurzfilm "Raju" mit einer Oscarnominierung belohnt wurde, erzählt die Geschichte eines sozial deklassierten Familienclans, der allen Widrigkeiten zum Trotz nicht aufgibt. Seit ewigen Zeiten sind die Talhammers im Schrotthandel tätig. Als der von allen verehrte Patriarch Fiete stirbt, kehrt der verlorene, älteste Sohn Mirko (Lucas Gregorowicz) zurück – aber zunächst nur, um sein Erbe einzusacken.

Mirko und Letscho hecken einen Raubüberfall aus

Mirko arbeitet schon lange in Hamburg als Versicherungsvertreter, und spürt aber schnell, dass sein wahrer Platz an der Schrottpresse ist. Dort hat sein jüngerer Bruder Letscho (Frederick Lau) das Kommando übernommen. Nachdem die beiden sich die Köpfe blutig geschlagen haben, hecken sie zusammen mit der restlichen Mischpoke einen tollkühnen Raubüberfall aus: Es geht um 40 Tonnen Kupfer aus einem Güterzug, den die Gang auf offener Strecke zum Halten bringen will.

Gekonnt jongliert Zähles gut gelaunte Komödie mit den Genres: Der Kupferraub, den bereits der alte Fiete geplant hatte, erinnert natürlich an alte Posträuberfilme. Und wenn sich die Talhammers im Morgengrauen auf der Dorfstraße mit dem fiesen Großschrotthändler Kercher (Jan-Gregor Kremp) zum Showdown treffen, lässt der Western grüßen: Die Outlaws vom Wald gegen den korrupten Sheriff.

Lucas Gregorowicz und Frederick Lau geben das ungleiche Brüderpaar

Dabei kann sich der Regisseur auf ein großartiges Ensemble verlassen. Allen voran geben Frederick Lau ("Victoria") und Lucas Gregorowicz (der Neue im RBB-"Polizeiruf") ein hinreißendes Brüderpaar ab, das sich schlägt und zusammenrauft. "Der Schrottplatz, das sind wir", verkündet mit geballter Faust der renitente Letscho, und dazu kommen starke Typen: Lars Rudolph spielt den Außenseiter Träumchen, der quirlige Alexander Scheer ("Sonnenallee") den Kleinstadtmacho, und Anna Bederke als Chef-Schweißerin Luzi zeigt den Kerlen, wo der Hammer hängt.

In einer Szene sinniert Letscho mit seinem Bruder über die richtige Mischung von Whiskey-Cola. Die sei verdammt schwer zu treffen. Eins aber ist sicher. Die Mischung in dieser erfrischend anderen Malocher-Komödie stimmt auf jeden Fall.

(dpa)
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