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Aachen
Menschenfreund und Rheinländer

Aachen. Helmut Dieser stellte sich im Aachener Dom als neuer Bischof des Bistum vor. Von Peter Pappert

Eine Kirche, die sich ihrer Einheit in Jesus bewusst ist, die ihre Vielfalt schätzt und ihre Unterschiedlichkeit erträgt - mit dieser Vision tritt Helmut Dieser sein Amt als Bischof von Aachen an. Für ihn heißt das: "Einander gelten lassen und ertragen, einander verzeihen und die Einheit niemals aufkündigen. Sich selber einbeziehen lassen und mit aufbauen wollen, was vielen zugute kommt." So hat er es am Wochenende bei seiner ersten Predigt im Aachener Dom gesagt.

Zuvor wurde Dieser vom Kölner Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, zum Bischofsstuhl in der gotischen Chorhalle geführt. Er nahm Platz und damit die Aachener Diözese "in Besitz". Mit Leidenschaft wendet sich Dieser dann an die Gläubigen seines Bistums: "Lasst uns gemeinsam Kirche sein - nicht abgehoben, nicht elitär oder verschroben, sondern füreinander, für unsere heutige Welt, für Gott!"

Aachens neuer Bischof ist optimistisch: Es gebe keinen Masterplan für die Kirche, kein Hauruck nach dem Motto "Wir sind besser als die vor uns!" und "erst recht keine Panik, als ob wir die Kirche retten müssten". Aus seiner Zuversicht zieht 54-Jährige drei Konsequenzen, die er als Aufruf an die Katholiken im hiesigen Bistum formuliert: "Hören wir auf, Depri-Stimmung zu verbreiten und mutlos zu klagen, dass die Kirche Verluste, Defizite oder Rückschläge erleidet! Beteiligen wir uns nicht auch noch selber am Kirchenbashing, das weit verbreitet ist! Und jagen wir uns nicht lieblos gegenseitig voreinander her mit dauernden Forderungen nach dem, was sein müsste, aber noch nicht ist!"

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchener Kardinal Reinhard Marx, würdigte den "Menschenfreund und Rheinländer" und stellte fest: "Person und Bistum passen sehr gut zusammen."

Quelle: RP
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