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Düsseldorf
Regisseurin für Filme über starke Frauen geehrt

Düsseldorf. Margarethe von Trotta wird mit dem Düsseldorfer Helmut-Käutner-Preis 2017 ausgezeichnet. Von Dorothee Krings

Sie hat starke Frauen porträtiert, Persönlichkeiten wie Hildegard von Bingen, Hannah Arendt, Rosa Luxemburg - Frauen, die politisch dachten und wirksam wurden in ihrer Zeit. "Ich habe damit kein feministisches Programm verfolgt", sagte Margarethe von Trotta bei einem Gespräch im vergangenen Jahr, als ihr jüngster Film "Die abhandene Welt" ins Kino kam, "diese Frauen haben mich einfach interessiert, ich war neugierig auf sie."

Mit diesen Porträts hat die Regisseurin aber nicht nur um Aufmerksamkeit für bedeutende Frauen geworben, sie hat durch ihr Schaffen auch bewiesen, dass Frauen durchaus hinter die Kamera gehören, dass sie genauso entschiedene, kunstvolle, sehenswerte Werke drehen können wie Männer. Bis heute ist das noch keine Selbstverständlichkeit.

Auch darum ist es ein bemerkenswertes Zeichen, dass die Stadt Düsseldorf den mit 10.000 Euro dotierten Helmut-Käutner-Preis 2017 an die Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Margarethe von Trotta vergibt. Der Käutner-Preis ist nicht nur die Anerkennung für ein Lebenswerk, sondern auch ein Persönlichkeitspreis für Künstler, die eine Spur in der Filmgeschichte hinterlassen. Mit ihren Biografien widerständiger Frauen in Filmen wie "Rosa Luxemburg" oder "Rosenstraße" habe von Trotta den deutschen Film seit den 70er Jahren geprägt und eine nachfolgende Generation von Regisseuren und Regisseurinnen inspiriert, erklärte die Jury, der Vertreter der Düsseldorfer Kulturpolitik sowie Filmschaffende angehören. Sie habe mit ihren Arbeiten immer wieder Bruchstellen der Historie aufgesucht. "In Werken wie ,Die bleierne Zeit' zeigte sie sich zugleich als profunde Chronistin deutscher Geschichte und als Persönlichkeit, die den gesellschaftspolitischen Diskurs nachhaltig beeinflusst", hieß es. Die 74-jährige Preisträgerin äußerte sich erfreut über die Ehrung aus Düsseldorf - "auch deshalb, weil ich hier aufgewachsen bin und sowohl die Stadt als auch Nordrhein-Westfalen Heimat für mich sind", so von Trotta.

Schon an berühmten Filmen wie "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" ihres damaligen Ehemanns Volker Schlöndorff hatte von Trotta mitgewirkt. "Als ich dann endlich so weit war, Filme machen zu können, wollte ich das auch stellvertretend für die Frauen tun, die sich nicht ausdrücken dürfen", sagt sie heute. Im nächsten Frühjahr wird der Käutner-Preis also an eine Frau verliehen, die als politische Denkerin Kunst geschaffen hat.

Quelle: RP
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