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Fahrbericht
Ford Mondeo - als Diesel überzeugend auf der Langstrecke

Probefahrt im Ford Mondeo - stark mit Diesel
Probefahrt im Ford Mondeo - stark mit Diesel FOTO: Hersteller
Neu ist der Ford Mondeo nicht. Im Februar dieses Jahres kam er mit ordentlicher Verspätung auf den deutschen Markt. Noch etwas mehr Zeit hat sich sein stärkster Diesel gelassen, der das Rennen um den Spitzenplatz in der bürgerlichen Mittelklasse nun neu starten will. Von Adele Moser

Wer zu spät kommt, verpasst das Beste. Der Ford Mondeo will aber der Beste sein. Zumindest für diejenigen, die ein bürgerliches Mittelklassefahrzeug mit dem stärksten Selbstzünder wollen. Wir haben den Kölner als Fließhecklimousine mit dem nun mächtigsten, besonders für Langstrecken geeigneten Diesel unter die Lupe genommen.

Soll es die Spitzenmotorisierung sein, bietet Ford für den Mondeo den Benziner mit 177 kW/240 PS an. Beim Selbstzünder waren es bislang nur 132 kW/180 PS, die das mit mindestens 1.507 Kilogramm im Vergleich zur Konkurrenz etwas speckige Fahrzeug antreiben mussten. Nun sollen 210 Pferdestärken für neuen Schub sorgen.

Bei einer ersten Testfahrt beweist sich der 2,0 Liter große Bi-Turbo als souveräner Begleiter. Scheinbar mühelos bringt er den Mondeo auf reisetaugliche Geschwindigkeit und hält sich dabei akustisch angenehm zurück. Bis 233 km/h kann er auf der linken Spur mithalten, dann erst muss Platz gemacht werden.

Das 154 kW/210 PS starke Aggregat gönnt sich aber auch im Drehzahlkeller keine Atempausen und sammelt durch satten Durchzug Sympathien. Auch das Zusammenspiel mit der von Ford Power-Shift getauften Sechsgang-Automatik funktioniert harmonisch. Nur den versprochenen Verbrauch von 5 Litern konnten wir nicht halten. Bei - zugegeben - meist höherem Tempo flossen durchschnittlich zwei Liter mehr durch die Leitungen.

Der neue Ford Galaxy FOTO: Ford

Ford Mondeo - Navi überzeugt nicht hundertprozentig

Neben dem Motor sind auch andere Voraussetzungen für einen bequemen längeren Aufenthalt gegeben. So gibt es genug Ablagen und die Sitze sind ausreichend straff. Nicht komplett überzeugend ist hingegen das Navigationssystem. Es erlaubt sich zwar keine großen Patzer, bedarf für volles Verständnis jedoch erst einiger Einarbeitungszeit.

Auch die manchmal verschlafene Reaktion beim Touchscreen nervt. Hier lässt sich dann erkennen, dass der Mondeo nun doch kein brandneues Fahrzeug ist. Insgesamt zeigt sich die größte Limousine von Ford in Europa jedoch ein harmonisches Gefährt, das auf allen Plätzen genügend Raum bietet und sonst auch wenig Raum für Kritik lässt.

Den Eintritt in die Mondeo-Welt gibt es aktuell ab 22.090 Euro. Dann mit einem 1,0 Liter großen Benziner und 92 kW/125 PS. Allerdings entscheiden sich bei diesem besonders für Gewerbekunden interessanten Modell laut Hersteller über 70 Prozent für einen Selbstzünder.

Der neue Ford Edge FOTO: dpa

Mondeo als Fließhecklimousine, Stufenheck und Turnier 

Für den stärksten unter ihnen werden 38.475 Euro fällig. Ein stolzer Preis. Allerdings ist der 210 PS starke Selbstzünder nur in der höchsten Ausstattungsstufe Titanium erhältlich, die bereits viele Annehmlichkeiten an Bord hat. So halten Helferlein die Geschwindigkeit, erkennen Verkehrsschilder, kümmern sich ums Fernlicht und unterstützen beim Parken. Dann gibt es noch Sportsitze, ein Audiosystem mit  Navi und 20,3 Zentimeter Bildschirmdiagonale sowie Dekor-Elemente aus Chrom.

Neben der Fließhecklimousine ist der Mondeo auch mit Stufenheck und als Turnier genannter Kombi erhältlich. Das bietet die Konkurrenz nicht, lediglich Opel offeriert den Insignia ebenfalls in drei Karosserieformen.

Allerdings gibt es die Mittelklasse mit Blitz im Logo mit maximal 125 kW/ 170 PS. Lediglich VW hat beim Passat einen 2,0 Liter großen Diesel mit sogar 176 kW/240 PS im Angebot. Mit 45.500 Euro ist die Wolfsburger Mittelklasse jedoch auch deutlich teurer und reicht schon in den Premium-Bereich.

Ford Mondeo - ein richtig schickes Auto FOTO: Hersteller

Im Wettkampf um den stärksten Diesel in der bürgerlichen Mittelklasse muss sich der Ford Mondeo seinem Konkurrenten aus Wolfsburg also geschlagen geben. Wer jedoch auf einige Pferdestärken verzichten kann, findet auch im Kölner einen überzeugend starken Langstreckenbegleiter.

Technische Daten – Ford Mondeo:

Fünfsitzige, fünftürige Fließheck-Limousine der Mittelklasse; Länge: 4,87 Meter, Breite: 1,85 Meter, Höhe: 1,48 Meter, Radstand: 2,85 Meter, Kofferraumvolumen: 458 – 1.446 Liter

2,0-Liter-Diesel, 154 kW/210 PS, maximales Drehmoment: 450 Nm bei 2.000 – 2.500 U/min, Vmax: 233 km/h, 0-100 km/h: 7,9 s,

Durchschnittsverbrauch: 5,0 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 130 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: B

Preis: ab 38.475 Euro (Titanium)

(SP-X)
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