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Trenoli Primo und Urbano
Zwei E-Bikes als positive Überraschung

E-Bikes von Trenoli im Test
E-Bikes von Trenoli im Test FOTO: Hersteller
Weiden. Elektrofahrräder sorgen auf komfortable Art für zusätzlichen Schwung. Das bayerische Unternehmen MSA steigt ab sofort mit der neuen Eigenmarke Trenoli ins Geschehen ein und vertreibt die E-Bikes über sein dichtes Roller- und Motorrad-Händlernetz. Wir testeten das Basis- und das Topmodell von Trenoli. Von Ralf Schütze

Noch sind Pedelecs für viele Menschen fremd. Wer nie auf einem gefahren ist, stempelt sie schnell zum Rentner-Vehikel ab. Doch im Praxistest entpuppen sich zum Beispiel die Elektrofahrräder von Trenoli, Neueinsteiger auf dem deutschen Markt, als positive Überraschung für viele Fahrertypen.

Selbst sportlich ambitionierte Piloten profitieren von der Unterstützung des Elektroantriebs mit bis zu 0,25 kW und bis zu 25 km/h. Damit kommen sie nicht nur bequemer, sondern schneller und weiter voran, als ohne Unterstützung. Die Bandbreite reicht vom City-Modell Trenoli Primo für 1.699 bis zum Tourenmodell Urbano mit Bosch-Antrieb für 2.699 Euro.

Im Test erweist sich das Trenoli Primo als unkomplizierter Begleiter für den Fahrradalltag. Der Preis ist nicht allzu hoch, so dass sich viele Menschen den Komfort des zusätzlichen Elektroantriebs leisten können.

Machen Sie Ihr Rad fit für die erste Tour FOTO: ddp

Ein Suntour-Frontnabenmotor sorgt über 93 km hinweg für elektrischen Zusatzschub übers Vorderrad, so dass man zusammen mit dem von Muskelkraft angetriebenen Hinterrad Allradantrieb genießt. Bis 25 km/h unterstützt der E-Motor, für höheres Tempo sind die Muskeln zuständig – sonst wären Führerschein, Helm und Kennzeichen nötig.

Mit drei verschiedenen Modi variiert die Reichweite über 50, 70 oder gut 90 km. Alles am Trenoli Primo funktioniert fahrradtypisch oder intuitiv. Ein übersichtlicher, beleuchteter Bordcomputer informiert den Fahrer unter anderem über den aktuellen Ladezustand der Lithium-Ionen-Akkus mit 290 Wh Kapazität und über die Restreichweite.

Das Fahrerlebnis ist beeindruckend und berechenbar: Je schneller man selbst tritt, desto kräftiger ist die elektrische Hilfe. Zwei Sensoren ermitteln die jeweils richtige Unterstützung und sorgen so für flotten und dennoch bequemen Vortrieb.

Deutschlands schönste Radwege FOTO: www.bodensee-radweg.com

Der arbeitet beim Primo praktisch lautlos. Besonders komfortabel für ein Stadtfahrrad ist eine Anfahrhilfe per Knopfdruck, die bis 5 km/h anschiebt. Praktisch auch: Bei beiden Modellen kann man die herausnehmbaren Akkus auch im eingebauten Zustand laden. Der Rahmen mit Tiefeinstieg ist vor allem bei häufigem Auf- und Absteigen oder mit zahlreichen Ampelstopps besonders bequem. Zum Gangwechsel ist eine 7-Gang-Drehschaltung von Shimano an Bord.

Mehr Elektro-Power und höherwertige Komponenten stecken im Trenoli-Spitzenmodell Urbano. Wer Italienisch spricht, sieht sich hier getäuscht, denn der nach "städtisch" klingende Name bezeichnet dennoch ein Touren- und Reisebike. Immerhin kommt es auch als hochwertiges Ctiy-Fahrrad in Frage, ist allerdings mit 2.699 Euro recht kostspielig. Dafür bekommt der Urbano-Besitzer hochwertige Komponenten wie den neuen 2014er Mittelmotor von Bosch, der dank 400 Wh starker Akkus bis zu 190 km weit elektrisch anschiebt.

Der Elektroantrieb lässt sich in den vier Modi "Eco", "Tour", "Sport" und "Turbo" abstufen. Besonders weich und komfortabel erfolgt die Schaltung über das stufenlose Nabengetriebe von Nuvinci. Zu den weiteren hochwertigen Komponenten zählen außerdem eine hydraulische Felgenbremse von Magura oder eine einstellbare Federgabel.

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Die Bosch-Akkus lassen sich an einer Haushaltssteckdose in eineinhalb Stunden zu 50, in dreieinhalb Stunden zu 100 Prozent aufladen. Eine Eigenart des Bosch-Antriebs: Er geht zwar im Stadtverkehr akustisch unter, ist aber bei Fahrten in freier Natur deutlich hörbar. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber wenigstens ein Sicherheitsfaktor im Hinblick auf Passanten, an denen man vorbeifährt.

In Fahrt bemerkt man nichts vom höheren Gewicht beider Elektro-Fahrräder. Das kommt erst dann zum Tragen, wenn man sein Bike etwa aus dem Keller schleppen muss. So richtig bemerkbar macht sich der Vorteil des Elektroantriebs beim Zurücksteigen auf ein konventionelles Fahrrad. Jetzt meint der frischgebackene Pedelec-Pilot, er müsse ständig bergauf treten.

Angenehm an den Elektro-Bikes ist vor allem: Man kann sich völlig sorglos vorwärts bewegen und muss nicht ständig vorausschauend abchecken, ob man zum Beispiel an einem Gefälle Schwung nehmen sollte für den gleich folgenden Anstieg. Die elektrische Antriebs-Unterstützung dient nicht nur zum faulen Herumradeln, sondern ist auch für ambitionierte Fahrer eine willkommene Hilfe für längere Strecken.

Die Elektrofahrräder von Trenoli machen einen hochwertigen und funktionalen Eindruck. Einzig das Design könnte frischer und dynamischer ausfallen. Wer schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat, sich gerne wie von Geisterhand anschieben zu lassen, sollte sich unbedingt mal eine Pedelec-Probefahrt gönnen.

(SP-X)
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