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Moslem wollte kein Bier einräumen
Fakten zum Alkoholverbot im Islam

So wirkt Alkohol auf Erwachsene
So wirkt Alkohol auf Erwachsene FOTO: ddp, ddp
Düsseldorf (RPO). Ein Moslem weigerte sich, in seinem Job als Ladenhilfe Alkohol einzusortieren und berief sich auf das Alkohoverbot im Koran. Wie aber sieht es damit tatsächlich aus? Einige Fakten.

Das Alkoholverbot im Islam geht auf den Koran zurück. In den Versen 90 und 91 der fünften Sure werden die Gläubigen vor der berauschenden Wirkung gewarnt und zum Verzicht aufgefordert. Gleiches gilt für Drogen wir Haschisch, während der Genuss von Zigaretten von einigen Gelehrten lediglich als verpönt ("makruh") interpretiert wird. Als "haram", also verboten, gilt unter Traditionalisten auch der Verkauf von Alkohol.

Allerdings fehlt dem Islam eine letztinstanzliche Autorität. Daher gibt es zu vielen Verhaltensfragen Debatten. So ist gerade in Europa eine Mehrheit der Moslems der Ansicht , dass der Umgang mit Alkohol erlaubt ist, zumal, wenn der dem Lebensunterhalt dient. Dagegen heißt es in der Normenlehre, dass das, was zu Verbotenem führt, selbst verboten ist.

Alkoholhaltige Kosmetika wie Haarsprays und Deodorants sind im Islam grundsätzlich erlaubt, da sie nur geringe Mengen an Alkohol enthalten und dieser zudem oftmals Industriealkohol ist. Die Einnahme alkoholhaltiger Medikamente ist nur zulässig, wenn es keine alternativen Arzneien gibt.

Laut der Studie "Muslimisches Leben in Deutschland" des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hält sich die Mehrzahl der in Deutschland lebenden Muslime an die religiösen Speise- und Getränkevorschriften, zu denen auch der Verzicht auf Schweinefleisch gehört. Allerdings kennt auch die Normenlehre die Regel "Not kennt kein Gebot".

Je nach Herkunftsregionen gaben zwischen 65 und 86 Prozent der befragten Muslime an, sich an diese Regeln zu halten. Eine Ausnahme stellten Muslime aus dem Iran und aus Zentralasien dar. Hier waren es weniger als ein Drittel.

(Quellen: Zentralrat der Muslime und Mathias Rohe, Direktor des Erlanger Instituts für Islam und Recht in Europa)

(DDP/mais)
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