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Crowdfunding
Geld aus der Masse, um Pläne zu realisieren

Keine Zinsen, keine Förderanträge, keine Knebelverträge - stattdessen kommt das Geld direkt von den Fans und Kunden. Das ist die Idee hinter Crowdfunding. Von Tobias Hanraths

Endlich einen Film drehen. Endlich diese Webseite starten. Endlich das erste Album aufnehmen. Doch das Geld für solche Träume wächst nicht auf Bäumen. Und Unterstützung durch Stipendien, Kredite und andere Fördermittel ist oft schwer aufzutreiben. Viele Kreative lassen sich Projekte daher von ihren Fans finanzieren - das sogenannte Crowdfunding. Von Startnext über Kickstarter bis Indiegogo gibt es zahlreiche Webseiten, auf denen sich Geld für kleine und große Träume sammeln lässt. Alle haben eigene Spielregeln und Zielgruppen. Selbst Start-ups oder Regisseure aus Hollywood suchen dort inzwischen nach Unterstützern.

Autor Benjamin Spang hat mit Hilfe von Startnext die Fertigstellung seines Fantasyromans "Blut gegen Blut" finanziert. Beim Start der Kampagne war das Buch fast fertig, es fehlte nur ein professionelles Lektorat. "Das war zu teuer, um es selbst zu bezahlen", sagt Spang. Gleichzeitig wollte er sich aber auch nicht an einen Verlag binden. "Ich fand es abschreckend, mich da erst mit einer Idee zu bewerben", erzählt er. "Ich wollte einfach schreiben, was mir gefällt."

Auf den Crowdfunding-Seiten erstellen Kreative ein Profil, in dem sie ihr Projekt so ausführlich wie möglich vorstellen. Arbeits- und Hörproben, Videos, Text: Die Möglichkeiten sind vielfältig. Dazu müssen Crowdfunder bei den meisten Portalen ein Finanzierungsziel angeben. Unterstützer können dann Geld versprechen, von Kleinstbeträgen bis zu drei- oder vierstelligen Summen. Für die Hilfe gibt es in den meisten Fällen eine Gegenleistung, zum Beispiel das fertige Produkt oder eine namentliche Erwähnung im Abspann des Films.

Experten sprechen dabei von Reward-Crowdfunding oder Crowdsupporting. Beim sogenannte Crowddonating, etwa bei einem Hilfsprojekt für gute Zwecke, gibt es keine Gegenleistung. Das Crowdinvesting verspricht dagegen sogar eine finanziellen Belohnung. "Das ist eine Finanzierungsform, die vor allem in Start-ups zum Einsatz kommt", sagt Stephan-Nicolas Kirschner von der IHK Berlin. "Wie beim klassischen Investment werden dabei Anteile verkauft - allerdings nicht an einzelne Investoren, sondern an eine Masse", erklärt Kirschner das Prinzip. Ein Stimmrecht haben die Unterstützer dabei meistens nicht, auch das Verlustrisiko ist relativ hoch. Hat das Start-up aber Erfolg, profitieren davon auch die Investoren.

Schließlich gibt es noch das Crowdlending: Hier geht das gesammelte Geld nach einiger Zeit und mit einem bestimmten Zinssatz an die Unterstützer zurück - wie beim klassischen Kredit. "Allerdings sind die Einstiegshürden niedriger", sagt Kirschner. Deshalb lohnt sich diese Finanzierungsart vor allem für junge Unternehmen oder Gründer, die von der Bank kein Geld bekommen. Allerdings geht es bei Crowdlending und -investing meistens um relativ viel Geld - mittlere fünfstellige Beträge oder noch mehr sind dort eher Regel als Ausnahme. Wird die angepeilte Summe nicht erreicht, gibt es bei vielen Crowdfunding-Plattformen gar kein Geld. Damit das nicht passiert, brauchen Crowdfunder ein gutes Konzept, am besten einen Businessplan.

"Einnahmen aus Crowdfunding sind kein leichtverdientes Geld, man muss dafür schon seine Hausaufgaben machen", sagt IHK-Experte Kirschner. Hinzu kommt, dass im Erfolgsfall nicht die ganze Summe auf dem Konto landet. Ein paar Prozent davon behält oft die Crowdfunding-Plattform ein, und steuerpflichtig sind solche Einnahmen in der Regel auch noch.

www.crowdfunding.de/plattformen

Quelle: RP
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