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Heuschnupfen-Saison
Welche Rolle die Psyche bei einer Pollenallergie spielt

Heuschnupfen: Diese Persönlichkeitsmerkmale machen anfällig
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Immer wieder diskutieren Experten, ob psychologische Aspekte bei der Entstehung von Allergien von Bedeutung sind. Eine neue Studie zeigt: Ob ein Erwachsener eine Pollenallergie bekommt, hängt stark von seiner Persönlichkeit ab. Von Susanne Hamann

Mit dem Frühling beginnt für viele die Leidenssaison: die Nase trieft, die Augen tränen und jucken – denn die Pollen sind wieder los. Vor allem der Warmwetteraufschwung hat die Blüten aktiviert, und die besonders gefürchteten Birkenpollen fliegen nun verstärkt.

Viele Betroffene haben schon aus frühester Kindheit Erinnerungen an diese Phasen im Jahr – aber eben nicht alle. Denn Allergien, und vor allem Pollenallergie, muss nicht bereits in der Kindheit auftreten. Es gibt sowohl Kinder deren Allergien im Laufe des Lebens verschwinden, als auch Erwachsene, die irgendwann eine Pollenallergie entwickeln.

Aus diesem Grund wird immer wieder darüber diskutiert, dass die Psyche bei der Entwicklung von Allergien eine Rolle spielen muss. Beispielsweise sind Pollenallergiker (aber auch Neurodermitis-Patienten) in Stressphasen wesentlich anfälliger für Allergieschübe als in Entspannungszeiten.

Die Ergebnisse einer britischen Langzeitstudie geben jetzt jedoch noch wesentlich mehr Aufschluss. Demnach stehen Allergien nicht nur in Abhängigkeit zur psychologischen Verfassung, sondern sogar zur Persönlichkeit. Kurz gesagt: Ob ein Heuschnupfen überhaupt aufkommt oder nicht, ist demnach abhängig vom Charakter eines Menschen.

Für die Studie, deren Ergebnisse im "Journal of Health Psychology" veröffentlicht wurde, hatten die britischen Forscher 5700 Probanden über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren begleitet. Die Teilnehmer waren am Anfang der Studie zwischen sieben und 50 Jahren alt.

Emotionale Labilität macht anfällig für Stress

Wie sich zeigte, litten von den untersuchten Kindern nur rund sechs an Heuschnupfen. Bei den Erwachsenen dagegen waren es mehr als doppelt so viele (14 Prozent). Bei der Ursachensuche erkannten die Forscher zwei Gründe: Der wichtigste war, ob Heuschnupfen bereits in der Kindheit vorhanden war. Als zweitwichtigster erwies sich allerdings die Persönlichkeit. Am anfälligsten für Pollenallergien waren demnach jene Teilnehmer, die eine erhöhte emotionale Labilität und Gewissenhaftigkeit zeigen.

Die Forscher vermuten, dass Menschen, die emotional labiler sind, auch leichter in Stress geraten, und somit anfälliger für Allergien sind. Nicht üblich ist dagegen, dass auch sehr gewissenhafte Menschen in diese Kategorie fallen. So meinen die Wissenschaftler, dass diese Eigenschaft normalerweise dazu führt, dass sich jemand gesund ernährt und um sich selbst kümmert.

Allerdings könnte eben dieser Drang auch dazu führen, dass Betroffene in extrem sauberen Umständen leben wollen. Eine Lebenssituation, die laut verschiedener Studien anfälliger für Krankheiten macht.

Andere Studien hatten gezeigt, dass Menschen mit Heuschnupfen ängstlicher sind als andere, und dass die Intensität der Symptome oftmals mit der Konzentration auf den eigenen Körper zu tun hat, als mit der tatsächlichen Reaktion auf den Pollenflug.

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