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Gesundheit
Reinigt Dreck wirklich den Magen?

Reinigt Dreck den Magen? Stimmt das?
FOTO: shutterstock/ Nerthuz
Wiesbaden. "Dreck reinigt den Magen" ist ein Satz, der immer wieder fällt, wenn etwa das Frühstücksbrot auf dem Boden gelandet ist. Viele entscheiden sich dann, trotz des Unfalls in die Stulle zu beißen. Aber ist das wirklich gesund?

Im Grunde reinigt der Magen sich selbst. "Die Magensäure ist so stark, dass sie fast alle Bakterien abtötet", sagt Sebastian Haag von der Gastro-Liga. Sie hat also eine natürliche Schutzfunktion. Die kann man aber stärken. "In den ersten Kinderjahren wird das Abwehrsystem trainiert, und der Körper gewöhnt sich an viele Bakterien." Deshalb Haags Tipp: Finger weg von zu viel Desinfektionsmitteln bei Kleinkindern.

Zehn Fakten über Bakterien FOTO: Manfred Rhode/HZI

Dreck kann aber auch dem Magen helfen. "Es gibt bestimmte Heilerden, die beispielsweise gegen Sodbrennen wirken." Diese Erden enthalten etwa Aluminium und Magnesium und unterstützen die Schutzfunktion des Magens. Aus diesem Grund sind sie allerdings auch nicht mir echtem Dreck zu vergleichen. 

Auch zu beachten ist, dass Heilerden industriell abgefüllt werden und in einer Verpackung gelagert werden. Der Fußboden ist durch die Unterseite der Schuhsohlen stark von Bakterien aller Art besiedelt. Grund zur Sorge bietet das vor allem bei Lebensmitteln mit hohem Wassergehalt. Kullert ein Apfel vom Tisch, ist das nicht so dramatisch, wie wenn eine Scheibe Brot mit Firschkäse mit der weichen Seite nach unten auf dem Boden landet. Der Frischkäse wirkt dann wie ein Schwamm und nimmt Dreck und Bakterien direkt auf. 

Die Schale des Apfels dagegen schützt die Frucht - und er kann ohne Probleme kurz abgewaschen werden. 

(dpa)
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