Die Tierwelt von RP Online
| 00.01 Uhr

Reitgemeinschaft
Drei Generationen ein Pferd

Reitgemeinschaft: Drei Generationen ein Pferd
Dorette Mahnert hat eine Reitbeteiligung an Pennelophe. FOTO: Ilka Platzek
Pennelophe, genannt Penny, ist ein 1,34 Meter großes elfjähriges Lewitzer Pony. Geritten wird sie von Bärbel Möller (49), Tochter Jana (11) und Reitbeteiligung Dorette Mahnert (78). Die ungewöhnliche Reitgemeinschaft geht ihrem Hobby in Hilden nach, genauer gesagt, in der Pferdepension Wirtz. Dorette Mahnert war zuerst da – als Besitzerin des Fjordpferds Mara. Von Ilka Platzek

Die bald 79-Jährige hält sich für keine gute Reiterin, aber sie liebt Pferde: "Das war schon immer so, aber früher hatte man ja kein Geld. Erst mit 14 Jahren, als ich auf einem Bauernhof den Haushalt machte, habe ich zum ersten Mal auf einem Pferd gesessen. Es war ein Kaltblut, und ich ritt ohne Sattel." Seit dieser Zeit ist sie vom Pferdevirus infiziert. "Ich kann sogar Pferde anfassen, die als bösartig gelten. Mir tun die nichts", hat sie festgestellt.

Jahre später, als es ihr finanziell besser ging und sie mit einem tierlieben Mann verheiratet war – "er züchtet Tauben" – hatte sie immer eigene Pferde, 25 Jahre lang: "Die waren alle von Schlacht- oder Gnadenhöfen." Mara war ihre letzte Stute. "Mein Mann und ich leben in einer Seniorenwohnung. Wir brauchen zwar keine Hilfe und ich trage anderen Frauen die Taschen nach oben, aber zur Not ist jemand da", erklärt sie.

Mit 24 Jahren musste das Fjordpferd eingeschläfert werden. Das war erst vor ein paar Wochen. Mahnert, am Stall nur als Dorle bekannt, wollte aber auf den Umgang mit Pferden nicht verzichten: "Mir war klar, dass ich zu alt bin für ein eigenes Pferd. Deswegen habe ich nach einer Reitbeteiligung gesucht." So geriet sie an die Möllers: Mutter Bärbel und die Töchter Jana, Sina (9) und Hanna (8) haben einen Haflinger und Penny, das Pony.

Sina hat auf Penny reiten gelernt: "Ich würde am liebsten jeden Tag hier sein", beteuert sie. Das schafft die berufstätige Mutter aber nicht: "Eines Tages sagte Dorle zu mir, Pennelophe würde sie sich als Reitbeteiligung zutrauen. Ich hatte ja gesehen, wie gut sie mit ihrem eigenen Pferd umgegangen ist und habe sofort zugestimmt", erzählt Bärbel Möller.

Seitdem hat Penny täglich jemanden zum Bespaßen da, und Dorle Mahnert ist glücklich: "Pferde geben einem so viel. Sie halten einen jung, man ist an der frischen Luft mit ihnen, bewegt sich. Das ist viel besser als alle Pillen. Für mich gibt es nichts Schöneres." Montags und freitags, wenn die Möllers keine Zeit haben, pflegt die fitte Seniorin das Pony und geht mit ihm spazieren, aber dabei wird es nicht bleiben: "Neulich hat sie gesagt, dass sie gerne mal einen Schrittausritt mit ihr machen würde.

Das werden wir machen: Ich auf unserem Haflinger, sie auf dem Pony", verspricht Bärbel Möller. Die zierliche Endvierzigerin reitet auch Penny. Dann nämlich, wenn ihre ältere Tochter Jana ausreiten will: "Penny kann bis zu 65 Kilogramm tragen, das ist kein Problem." Auch die Jüngste, Hanna, die seit einiger Zeit voltigiert, will demnächst mit dem Reiten anfangen, natürlich auf der Ponystute. "Pennelophe hat einen so tollen Charakter, die passt auf die Kinder auf", weiß die Mutter. – Und auf die Erwachsenen.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Reitgemeinschaft: Drei Generationen ein Pferd


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.