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Das Öl wird immer teurer
Heizkosten steigen dreimal so schnell wie Einkommen

So kann man zu Hause sparen
So kann man zu Hause sparen FOTO: dpa, Andrea Warnecke
Berlin. Die Ausgaben für Raumwärme und Warmwasser sind zwischen 2002 und 2012 für die Verbraucher um 43 Prozent geklettert. Besonders die Geringverdiener leiden unter dieser Entwicklung. Von Birgit Marschall

Damit stiegen die Heizkosten in Deutschland seit 2002 fast dreimal so stark wie die privaten Haushaltseinkommen. Denn die Nominallöhne wuchsen im gleichen Zeitraum nur um 17 Prozent. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die unserer Zeitung vorliegt.

Wegen des enormen Energiekostenanstiegs entfiel im vergangenen Jahr ein deutlich höherer Anteil des Nettoeinkommens eines Haushalts auf Ausgaben für Raumwärme und Warmwasser als noch 2002. Der Anteil der Energiekosten am Einkommen eines durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalts sei von 2,8 Prozent im Jahr 2002 auf 3,9 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen, heißt es in der Unterlage. Unter dem hohen Energiekostenanstieg litten besonders einkommensschwache Haushalte: Sie gaben 2013 bereits 6,5 Prozent ihres Nettoeinkommens für Raumwärme und Warmwasser aus, 2002 seien es dagegen erst 4,7 Prozent gewesen.

Der wichtigste Grund der Kostenexplosion ist der starke Anstieg des Heizölpreises, der sich seit 2002 mehr als verdoppelt hat. Aber auch die Preise für Erdgas, Fernwärme und Holzpellets sind spürbar gestiegen. Zugleich seien die Heizungsanlagen in etwa 50 Prozent aller Haushalte mehr als 20 Jahre alt. "Von den Ölfeuerungsanlagen sind etwa 1,2 Millionen (20,6 Prozent) älter als 21 Jahre und fast 500 000 (8,5 Prozent) älter als 29 Jahre sowie von den raumluftabhängigen Gasfeuerungsanlagen etwa 1,3 Millionen (14,3 Prozent) älter als 21 Jahre und fast 400 000 (4,7 Prozent) älter als 29 Jahre", heißt es in der Antwort des Ministeriums.

Aus Sicht der Grünen tut die Bundesregierung zu wenig, um den Austausch der veralteten Heizungsanlagen zu beschleunigen und die Energieeffizienz zu steigern. "Den Verbrauchern bleibt bei den explodierenden Heizkosten vor allem eins: Sie müssen auf milde Winter hoffen", erklärten die Grünen-Politiker Bärbel Höhn und Chris Kühn.

"Die Bundesregierung hat keine Gesamtstrategie, wie sie den extremen Preissteigerungen begegnen will." Bei einer Sanierungsquote der Heizungen von nur 2,8 Prozent im Jahr sei noch immer jede dritte Ölheizung älter als 20 Jahre. "So heizen wir buchstäblich das Geld zum Fenster hinaus", sagte Höhn.

Quelle: RP
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