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Preiserhöhungen
So klappt der Wechsel des Stromanbieters

So klappt der Wechsel des Stromanbieters
208 Versorger erhöhen zum Jahreswechsel ihre Preise. FOTO: dpa
Düsseldorf. Strom wird teuer. Aber bei Erhöhungen haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Tarife mit Vorkasse sollte man meiden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Anbieterwechsel. Von Laura Harlos

208 Versorger heben zum Jahreswechsel ihre Preise an, im Durchschnitt um 3,5 Prozent. Für eine vierköpfige Familie mit einem Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden im Jahr ergeben sich so Mehrkosten von 42 Euro, so das Vergleichsportal Verivox. Bei 5000 Kilowattstunden sind es 50 Euro. Eine gute Gelegenheit, Tarife zu vergleichen.

Welchen Tarif habe ich?

Wer noch nie aktiv Strompreise verglichen und sich um seinen Tarif gekümmert hat, ist höchstwahrscheinlich im teuren Grundtarif. "Anhand der letzten Stromabrechnung können Sie den Tarifnamen und den Jahresverbrauch ablesen", sagt Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale NRW. "Bevor ich mich in Vergleichsportale stürze, sollte ich mich über andere Tarife bei meinem jetzigen Stromversorger informieren." In vielen Fällen könne man innerhalb eines Anbieters auf günstigere Tarife umsteigen.

FOTO: Check 24, Grafik: RP

Wann kann man kündigen?

Mit einer Preiserhöhung haben Kunden automatisch ein Sonderkündigungsrecht. Nachdem der Versorger die Erhöhung angekündigt hat, können Kunden innerhalb von zwei Wochen den Vertrag kündigen. Wer in einem Grundversorgungstarif ist, kann auch unabhängig von einer Preiserhöhung innerhalb von vierzehn Tagen wechseln. Bei Sonderverträgen gelten die Kündigungsfristen, wie sie im jeweiligen Vertrag stehen.

Wie finde ich den günstigsten Preis?

Mithilfe der Jahresabrechnung, der Postleitzahl und einem Vergleichsportal wie Verivox oder Check24 können Verbraucher den für sie günstigsten Stromanbieter ausfindig machen und unmittelbar wechseln. "Auf diesen Plattformen werden 98 Prozent aller Tarife angezeigt", sagt Wallraf, In jedem Fall sollte man aber in den Vertragsunterlagen, den der Versorger schickt, den endgültigen Preis noch einmal prüfen, denn das Portal ist nur "Vermittler".

So setzt sich der Strompreis zusammen FOTO: ddp

Was muss ich bei Vergleichsportalen beachten?

Check24 und Co. sind finanzierte Portale. Vorsicht bei farbigen Anzeigen, oben in der Ergebnisliste. Hier handelt es sich oft um getarnte Werbeanzeigen und keine günstigen Stromtarife. Kritisch sollten auch Tarife mit besonders positiver Kundenbewertung betrachtet werden. "Grundsätzlich empfehlen wir Verbrauchern einen Tarif mit nur einem Jahr Vertragslaufzeit zu wählen", sagt Wallraf. So bleibe man flexibel. Für einen neutralen Vergleich sollte man auch keinen Hacken bei dem Feld "Bonus" setzen. Ein Tarif mit Bonus sei meist mit einer langen Vertragslaufzeit verbunden, sodass der Kunde auf der Gesamtrechnung nichts mehr vom Bonus habe, erklärt Wallraf.

Ist Vorkasse prinzipiell schlecht?

"Anbieter, die mit besonders günstigen Preisen werben und Kunden zur Vorkasse bitten, sind unseriös", sagt Wallraf. "Die Insolvenzfälle von Teldafax und Flexstrom haben gezeigt, dass Verbraucher von Verträgen mit Vorkasse die Finger lassen sollten."

Quelle: RP
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