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Wir Sind Dann Mal Weg!
Amsterdam - die junge Weltstadt

Was Amsterdam so attraktiv macht, ist die historische Atmosphäre des 17. Jahrhunderts in Kombination mit dem Flair einer modernen Metropole. In keiner anderen Stadt gibt es so viele Sehenswürdigkeiten pro Quadratkilometer. Von Dagmar Haas-Pilwat

Sind es die berühmten als Unesco-Weltkulturerbe geschützten Grachten, die bewegte Geschichte, die Museen und Theater, die gemütlichen Cafés und Restaurants, die Parks und Märkte, die Amsterdam so besonders machen? Es ist der Mix und außerdem hat Amsterdam den Vorteil, eine Weltstadt der kurzen Wege zu sein. Im Zentrum kann man fast alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß oder auf dem Fahrrad erreichen. Das Netz aus Bahn, Bus und Metro ist eng gespannt und natürlich gibt es auch noch die Fähren. Was gibt es Neues zu entdecken? Wer hinter dem Hauptbahnhof die kostenlose Fähre über den Fluss IJ nach Amsterdam-Nord nimmt, entdeckt mehr als prickelnde Kultur und urige Lokale: In Kürze lockt dort in unmittelbarer Nähe des futuristisch anmutenden Filmmuseums Eye die neueste Attraktion - der zum A'Dam Tower (www.adamtoren.nl) aufwendig renovierte ehemalige Shell-Turm. Ganz oben in der 21. Etage bietet die Aussichtsplattform "A'Dam Lookout" einen 360-Grad-Ausblick über den Fluss, das Hafenviertel und auf das historische Stadtzentrum. Wer besonders wagemutig ist, kann (mit Sicherheitsgurten) die höchste Schaukel Europas erklimmen - und das in fast 100 Metern Höhe.

Amsterdam-Nord - einst Industrie- und Arbeiterviertel - ist inzwischen bei den Einheimischen als ultimativer Kulturort angesagt. Auf dem Gelände der früheren NDSM-Schiffswerft herrscht Kreativität pur, Hafenschuppen und Container werden als Ateliers und für Festivals genutzt. Dort finden sich auch unter einer durchsichtigen Treibhaus-Kuppel das Noorderlicht-Café (www.noorderlichtcafe.nl), das Café Loetje (www.amsterdam.loetje.com), das Pllek (www.pllek.nl) - sogar mit hauseigenem Strand - und das Goudfazant (www.hotelgoudfazant.nl). Mit ihrer Kombi aus ungewöhnlicher Architektur, Vintage-Industrie-Chic, gutem Essen und Musik sind sie bei jungen Leuten und bei Familien sehr beliebt. Wo kann man gut übernachten?

Die Auswahl ist groß, die Preise sind hoch. Typisch Amsterdam ist das Designhotel Andaz in einer ehemaligen Bibliothek an der Prinsengracht. Aus der Ideenschmiede des bekannten holländischen Designers Marcel Wanders stammen die mannshohen, knallroten Sessel in Tulpenkelchform, daneben hängen Riesenglocken, aus deren Innerem jeweils ein Kronleuchter hervorglitzert, auf dem Boden breitet sich in Delfter Blau-Weiß ein Teppich aus, der eine alte Navigationskarte darstellt. Und über die Glocken hinweg reicht der Blick vier Stockwerke hinauf in ein Himmelsgewölbe mit Planeten und Umlaufbahnen aus Hunderten von Glühbirnen. Mehr Amsterdam geht kaum.

Neu in der Stadt ist "The Hoxton" an der Herengracht. Das im Bohemian-Stil mit Mobiliar aus den 50/60er Jahren eingerichtete Hotel samt großer Lobby-Bar befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den 9 Straatjes mit ihren Boutiquen, Galerien und Cafés. Das Hoxton ist angesagter Treffpunkt auch am Abend.

Mit dem ersten Pool (22 Meter lang) in Amsterdam auf einer Dachterrasse wartet wenige Schritte vom Königspalast entfernt das W Hotel im Gebäude des ehemaligen Fernsprechamtes auf. Vier Außenterrassen und deckenhohe Fenster bieten einen spektakulären 360-Grad-Blick über Grachten und historische Gebäude. Welche Restaurants und Cafés sind zu empfehlen? Das A-Fusion im Rotlicht- bzw. Chinaviertel tischt einen köstlichen Mix aus chinesischer und japanischer Küche auf(www.a-fusion.nl).

Im Café Brecht (www.cafebrecht.nl) flimmert sonntags der "Tatort" über die Leinwand. Mindestens so spannend sind die mit Samt bezogenen Vintage-Möbel, das DDR-Geschirr weckt mitunter Kindheitserinnerungen und irgendwie ist alles sehr Ost-Berlin. Welches der Museen muss man gesehen haben? Unter den mehr als 40 Ausstellungshäusern in der Stadt befindet sich das Rijksmuseum in einem der schönsten Gebäude der Niederlande. Es gehört zu den berühmtesten Museen der Welt und enthält über 8000 Kunstwerke. Neben Meisterwerken aus dem niederländischen Goldenen Zeitalter ist hier auch moderne Kunst vertreten.

Das mit mehr als 1,9 Millionen Besuchern 2015 erfolgreichste Museum der Niederlande, das von Axel Rüger aus Dortmund geleitete Van-Gogh-Museum, beherbergt die größte Sammlung von Werken des berühmten niederländischen Malers.

In der spätgotischen Basilika, der im Zentrum am Dam gelegenen De Nieuwe Kerk, ist jährlich von April bis Juli die Ausstellung "World Press Photo" mit Pressefotos von 42 preisgekrönten Fotografen aus 17 Ländern zu sehen.

Fotografie ist auch die Spezialität des Foam-Museums. Ein schönes Kanalhaus in bester Grachtenlage an der Keizersgracht wurde behutsam modernisiert und beherbergt nun wechselnde Ausstellungen verschiedener Fotografie-Genres. Übrigens verfügt das Museum über ein stylisches, aber trotzdem gemütliches Café.

Gerade erst hat das Moco (Abkürzung für Modern Contemporary) seine Türen geöffnet und zwar in der Villa Alsberg - 1906 zur Blütezeit des Jugendstils errichtet direkt am Museumsplein. Zum Auftakt sind 50 Arbeiten des Street-Art-Stars Banksy zusammen mit 40 Werken des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol zu sehen. Wo kann man gut einkaufen? Brandneu ist die X Bank in der ehemaligen Kas Bank gleich gegenüber des Design-Hotels "W" in der Spui-straat. Der neu eröffnete Store, der sogar die alten Bankfächer integriert hat, ist mehr als nur ein Laden. Auf 700 Quadratmetern und zwei Etagen verschmilzt Mode mit Kunstobjekten, Kunsthandwerk, Wohndeko und Geschenkartikeln. Kern des Konzepts: Alle Artikel werden von jungen Designern in den Niederlanden entworfen (www.xbank.amsterdam.nl).

Wem nicht der Sinn steht nach Kaufhäusern wie Magna Plaza oder Bijenkorf (Bienenkorb) und den großen Einkaufsstraßen wie Leidsestraat oder Kalverstraat, der fühlt sich im Spiegelkwartier wohl. In jedem Haus finden sich Kunst oder Mode, Bücher oder schicke Wäsche. Auch im Viertel 9 Straatjes, das zwischen den Hauptkanälen liegt, reihen sich originelle Boutiquen aneinander. Für Avantgardemode ist der hallenartige Laden Sprmrkt (www.sprmarkt.nl) in der Rozengracht eine gute Anlaufstelle. Verkauft werden internationale Marken mit dem gewissen Etwas, gebrauchte Designermöbel, Vintage-Modeschmuck und trendige Accessoires. Welche Märkte lohnen sich? Im Jordaan ist am Fuß der Noorderkerk zwei Tage in der Woche Markt. Samstags werden zwischen Antiquitäten Ökoprodukte angeboten. Montags reisen Stylisten von überall her an und begutachten die Auswahl an Vintage-Kleidung.

Nicht nur Tulpen kommen aus Amsterdam. Auf dem Blumenmarkt am Singel mitten im Zentrum werden die schönsten Blumen und Pflanzen an Marktständen verkauft, die sich auf Booten in der Gracht befinden. Dies ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als Blumen noch täglich über das Wasser von außerhalb der Stadt angeliefert wurden. An jedem ersten Sonntag im Monat gibt es kaum Schöneres als über den Markt in der Westergasfabriek zu schlendern (www.sundaymarkt.nl). Das alte Gaswerk ist eine wunderschöne Kulisse mit viel Patina, in der Aussteller an ihren Ständen hübsche Staubfänger und Nützliches, Kleidung, Taschen, Schmuck und köstliches Essen anbieten.

Quelle: RP
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