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  Foto: Jürgen Bosmann
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Wesel: Tauchvergnügen unter dem Eis

VON KLARA VENTZ - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012 - 12:04

Wesel (RP). Zahlreiche Spaziergänger verfolgten gestern am Rand des zugefrorenen Auesees ein ganz besonderes Spektakel: Acht speziell ausgebildete Mitglieder der Weseler Tauchsportgemeinschaft wagten sich unter die Eisdecke.

Verkehrte Welt für Peter Hilgert (53) und seine Kollegen von der Tauchsportgemeinschaft Wesel. "Eistauchen kann man sich vorstellen wie Laufen auf dem Kopf. Alles ist umgekehrt", sagt er.

Zahlreiche Schaulustige versammelten sich gestern Mittag an der Slipanlage des zugefrorenen Weseler Auesees, um zu sehen, wie die Froschmänner den Weg ins eiskalte Wasser wagen. Die acht Eistaucher haben alle spezielle Lizenz zum Eistauchen. Und eine Genehmigung der Stadt ebenfalls. "Da steckt eine Menge Organisation hinter. Auch untereinander muss alles geregelt sein", erklärt Hilgert.

Man vertraut sich blind

Info

Trainingszeiten

Rund 130 Mitglieder hat derzeit die Tauchsportgemeinschaft.

Mit Beginn der Freiwassersaison, ab 1. März, findet man die Mitglieder der TSG Wesel donnerstags ab 18.30 Uhr am Auesee.

Trainingszeiten im Heubergbad: montags ab 18.45 (Jugend) bzw. ab 19.45 Uhr (Erwachsene).

Bevor die Taucher in die eiskalten Fluten steigen konnten, musste die 15 bis 20 Zentimeter dicke Schicht mit Hilfe einer Kettensäge aufgeschnitten werden. Nach 15 Minuten war das Eis dann gebrochen und die Taucher konnten in kleinen Gruppen untertauchen.

Jede Gruppe besteht aus vier Leuten: zwei Taucher, die zwanzig Minuten unter der Eisschicht verbringen dürfen, ein Leinenführer, der den Weg zum Ausstieg führt, und ein Sicherungstaucher für den Notfall. Alle Teams sind untereinander eingespielt und vertrauen sich blind. "Wer Angst hat, darf nicht ins Wasser. Denn bei Panik kann man nicht einfach mal an die Wasseroberfläche tauchen", erklärt Hilgert.

Zuerst wurde mit der Axt ein Loch geschlagen. Danach wurde die Eisplatte, die später weggeschoben wurde, mit der Kettensäge zugeschnitten. Foto:

Die Weseler Taucher kennen den Auesee wie ihre Westentasche. Das ist ein großer Vorteil, denn so können sie sich auf das seltene Erlebnis konzentrieren. Man könnte denken, dass die Dunkelheit im See zum Problem werden könne. Aber genau das mache die Sache so schön, sagt Hilgert. Denn nur so komme ein einmaliges Lichtspiel zustande. "Weil das Eis nicht überall gleich dick ist und es manchmal auch Blasen oder Risse im Eis gibt, bricht sich das Licht sehr unterschiedlich." Ein lustiger Nebeneffekt ist, dass die Taucher die Zuschauer, die auf der Eisplatte stehen, von unten sehen zu können. Diese Erfahrungen kann man natürlich nur beim Eistauchen sammeln. Und für so ein Erlebnis nehmen die Taucher auch gerne die eisigen Temperaturen in Kauf.

Übrigens nutzten am Wochenende zahlreiche Spaziergänger die Gunst der Stunde und wagten sich am Rand des Sees auf das Eis. Manfred Kraus (63) ist mit seiner Hündin Ruby gekommen, die fröhlich auf der eisigen Oberfläche tapst und Eiswürfel frisst. Sophia (9) und Ilyas (7) Azrak testen nur die ersten Meter auf dem zugefrorenen See. Bei ihrem Vater Halit (37) fühlen sie sich sicher. "Unsere Mama ist heute in Hamburg und ist da über die Innenalster gelaufen", erzählen die beiden Kinder stolz.

Quelle: RP/jul


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