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Tönisvorst: In Burundi "Projekt gegen sexuelle Gewalt"

zuletzt aktualisiert: 29.10.2011

Tönisvorst (RP). Nadine van Huuksloot will jetzt erst mal abschalten, auftanken und viel bei der Familie und ihren Freundinnen sein. Die 26-jährige gebürtige St. Töniserin hat gerade ihren vierwöchigen Heimaturlaub angetreten und ist eben erst aus dem rund 7000 Kilometer entfernten Bujumbura zurückgekehrt. In der Hauptstadt des ostafrikanischen Staates Burundi arbeitet Nadine van Huuksloot, ihr Vater ist Niederländer, seit September 2010 als Entwicklungshelferin. Die diplomierte Soziarbeiterin und -pädagogin war seit 2007 schon mehrere Male in Burundi. Nach dem erfolgreichen Studium stand für sie fest: "Da muss ich wieder hin."

Nadine van Huuksloot ist auf Heimaturlaub in St. Tönis eingetroffen, Pfarrer Ludwig Kamm verbringt ab Morgen seinen Urlaub in Burundi. Foto: Wolfgang Kaiser

2010 entdeckte sie ein Inserat der "Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe". Nach Fortbildungen und Seminaren auch im Ausland trat sie im September 2010 als "technische Beraterin" die auf zunächst zwei Jahre befristete Stelle in Bujumbura ein. Mit dem Vorster Pfarrer Ludwig Kamm war sie ständig in Kontakt, der seit 1989 mannigfache Hilfen für Burundi ermöglichte. Beim gestrigen Gespräch erläuterte die St. Töniserin ihre Arbeit. Sie koordiniert aus ihrem Hauptstadt-Büro in erster Linie mit einer bischöflichen Partnerorganisation das Projekt "Gegen sexuelle Gewalt". Sie nennt ein konkretes Beispiel aus jüngster Vergangenheit: "Gerade sitzt dort im Gefängnis ein 16-jähriger Jugendlicher, der sich an vier jungen Mädchen und 23 Jungen vergangen hat." Während der Täter in Gewahrsam ist, kümmert sie sich um die Familien der Opfer, koordiniert medizinische Untersuchungen, schaltet Rechtsanwälte ein oder weist auf die psycho-soziale Beratungen hin.

Die "Feldarbeit" sprich den Kontakt mit den Familien oder den Alleinstehenden machen größtenteils Ehrenamtliche, zumeist Lehrer. Ob Sie im September 2012 ihren Vertrag verlängert? Ihre Antwort: "Ich denke ernsthaft drüber nach, aber jetzt will ich mich erst einmal zuhause erholen." Der Vorster Pastor Ludwig Kamm reist morgen wieder nach Gitega, der zweitgrößten Stadt in Burundi. "Es ist mein dreiwöchiger Jahresurlaub, den ich aktiv verbringen möchte." Dazu gehört unter anderem der Besuch eines Ausbildungszentrums für körperbehinderte Jugendliche. Im Gepäck hat Ludwig Kamm medizinische Hilfsgüter und eine "Finanzspritze", mit der dass Ausbildungszentrum ausgebaut werden soll.

Quelle: RP

 
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