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Heimat in Erkelenz
Schauplatz von Geschichte und Moderne

Heimat in Erkelenz: Schauplatz von Geschichte und Moderne
Haus Hohenbusch wird zu einem immer beliebteren Ausflugsziel im Erkelenzer Land. FOTO: Speen
Erkelenz. Sonntags lassen sich locker zwei Stunden rund um Haus Hohenbusch verleben, der Besuch im Klostercafé ist da noch nicht eingerechnet. Die musealen Zellen, der Skulpturengarten und der Kräutergarten locken die Besucher an. Von Kurt Lehmkuhl

"Das Betreten des Gutshofs ist verboten!" Und noch dramatischer: "Einsturzgefahr!" Schilder wie dieses hingen bis 1984 am Tor von Haus Hohenbusch. Das ehemalige Kreuzherrenkloster im Feld zwischen Hetzerath und Matzerath hatte zu jener Zeit zwar eine große Vergangenheit, aber keine Zukunft mehr. Als die Stadt Erkelenz das ehemalige Kloster kaufte, tat sie das nicht in der Absicht, das Gebäude zu nutzen, sondern mit der Erwartung, das dazugehörige Ackerland als Tauschland zur Verfügung zu haben.

Heute heißt es, wenn man über Haus Hohenbusch spricht, es gehöre zu den bedeutendsten denkmalgeschützten Gebäuden der Region. Nicht zuletzt dem Engagement von Bürgern ist es zu verdanken, dass das ehemalige Klostergelände nicht in Tradition verblichen ist, sondern mit Kreativität wiederbelebt wurde. Der Förderverein Hohenbusch hat es sich der Aufgabe gestellt, das Gelände und insbesondere die Gemäuer herzurichten und für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. "Immer in Abstimmung mit der Stadtverwaltung und im Dialog mit dem Landschaftsverband Rheinland", betont Vereinsgründer Heinz Küppers, "wollten wir Hohenbusch aufblühen lassen."

Inzwischen wächst und gedeiht Hohenbusch. Es ist Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen geworden, etwa des Reitturniers, das der auf dem Gelände heimisch gewordene Reit- und Fahrverein Erkelenz alljährlich ausrichtet, oder des Bauernmarktes zum Erntedankfest, der ebenso Tausende von Besuchern in die inzwischen fast vollständig sanierte Anlage lockt wie das Electrisize-Festival, für das ein junges Erkelenzer Unternehmen verantwortlich zeichnet. "Das sind sicherlich alljährliche Highlights im Veranstaltungskalender, durch die Haus Hohenbusch immer mehr an überregionaler Bekanntheit gewinnt", sagt Frank Körfer vom Förderverein. Inzwischen gibt es aber auch viele andere Veranstaltungen wie Kunstausstellungen, Klavierkonzerte oder Lesungen. Die Räumlichkeiten sind an vielen Wochenenden für private Feiern vermietet. Das Kloster-Café freut sich über die zahlreichen Besucher, die gerne die Gelegenheit nutzen, bei einem Gang über das Gelände den Park, den Skulpturengarten, den Kräutergarten oder die Reithalle zu besichtigen.

Kunst - Kultur - Musik - und noch viel mehr, dass es so weit gekommen ist, hat sich Heinz Küppers vielleicht nur in seinen kühnsten Träumen gedacht, als er den Förderverein gründete. Zu der Zeit sprachen Künstler, die mit einer Sommerkunstakademie für einige Wochen erste Lebenszeichen setzten, von einer "liebevollen Ruine". In unermüdlichen Kleinarbeit haben Küppers und seine Mitstreiter aus der Ruine seither attraktive, stabile und vielseitig nutzbare Räumlichkeiten geschaffen, bei denen das Herrenhaus dominiert. Das restaurierte Kaminzimmer im Haupthaus ist inzwischen ein beliebtes Trauzimmer geworden. "Die erste Generation des Fördervereins, und insbesondere die Dienstaggruppe, hat den Wiederaufbau von Hohenbusch betrieben", sagt Küppers und Körfer ergänzt: "Die zweite Generation muss das Geschaffene nicht nur bewahren, sie will es auch mit Leben füllen."

Der Reitverein und das Klostercafé tragen ihren Teil dazu bei, dass Haus Hohenbusch intensiv genutzt wird und zum Anlaufpunkt für Reiter, Radfahrer und Spaziergänger geworden ist. Der Sommer-Kunsttreff steht für die künstlerische Seminararbeit. Der Förderverein sorgt dafür, dass das ehemalige Kloster seinen Charme bewahrt. Die rund 200 Mitglieder haben bewiesen, wozu bürgerschaftliches Engagement führen kann. "Wir haben noch viel vor", sagt Körfer mit Blick nach vorne. Bei einem Stammtisch, der sich jeden zweiten Donnerstag im Monat im Kloster-Café trifft, werden die Ideen geschmiedet und die Aufgaben verteilt, die dafür sorgen sollen, dass Hohenbusch nie wieder in einen Dornröschenschlaf verfällt.

Quelle: RP
 
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