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Urteil in Siegen
Mann in Fluss ertrunken - neun Jahre Haft für Angeklagten

Prozess in Siegen: Mann in Bigge-Fluss ertrunken - neun Jahre Haft für Angeklagten
Das Landgericht in Siegen. Dort wurde der Fall verhandelt. FOTO: dpa, obe pzi
Siegen. Ein 45-Jähriger ist in Siegen zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann hatte einen Bekannten gewürgt und am Ufer eines Flusses abgelegt. Der Bewusstlose ertrank. Die Staatsanwaltschaft war von einem Verdeckungsmord ausgegangen. 

Im Prozess um den Vertuschungsmord an einem Zechkumpan ist der Angeklagte aus dem sauerländischen Finnentrop zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Siegen verhängte am Freitag nur eine Strafe wegen Totschlags. Angeklagt war der Mann wegen Mordes. Zusätzlich müsse der 45-Jährige während der Haftzeit eine Entziehungskur machen, sagte eine Gerichtssprecherin.

Das vermeintliche Geständnis nach der Tat fiel nicht ins Gewicht. Weil der Russlanddeutsche nicht ausreichend Deutsch versteht, war das Ergebnis der polizeilichen Vernehmung nicht verwendbar. Im Prozess hatte der Angeklagte nur zugegeben, dass er seinen Zufallsbekannten gewürgt habe, weil er sexuell zudringlich geworden sei.

Gericht glaubte nicht an Vertuschungsmord

Das bewusstlose und schwer verletzte Opfer hatte er nach eigenen Angaben am Bigge-Fluss abgelegt. Der 36-Jährige rollte ins Wasser und ertrank. Der Annahme zum Prozessbeginn, dass er sein Opfer ertränkt habe, um die Verletzungen zu vertuschen, folgte das Gericht am Ende nicht mehr.

Mit dem Urteil blieb das Gericht ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte für eine Strafe von höchstens sieben Jahren plädiert.

(sef/lnw)
 
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