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Dinslaken
Ein Weg über den Entwässerungsgraben

Dinslaken. Ein Kran hat gestern die neue Fußgängerbrücke an ihren Platz gehoben. Von Florian Langhoff

Von einem Kran getragen schwebt die Brückenkonstruktion langsam über den Entwässerungsgraben. Zwei Arbeiter führen die Stahlkonstruktion langsam in das Fundament ein. Hier und da noch ein wenig verschieben, damit die Brücke auch gerade aufliegt. "Das könnte etwas schneller gehen, wir wollen da rüber", ulkt ein Radfahrer, der die Arbeiten beobachtet. Dann liegt die Stahlkonstruktion an ihrem Einsatzort. Der Dinslakener Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, sein Hünxer Amtskollege Dirk Buschmann und Ulrich Carow, Bereichsleiter Umwelt des Regionalverbands Ruhr (RVR), schreiten als erste über den neuen Querung über den Lohberger Entwässerungsgraben.

"Es ist schon toll, was aus einem Missgeschick alles erwachsen kann", sagt Ulrich Carow. Ein Mitarbeiter des RVR hatte am Lohberger Entwässerungsgraben vor zwei Jahren provisorische Stege beseitigen lassen, welche Einwohner dort aufgestellt hatten, um das Gewässer trockenen Fußes überqueren zu können. Ein Fehler in mehrfacher Hinsicht. "Wir haben erst später festgestellt, dass das Gelände überhaupt nicht uns gehört, und wir deshalb nicht zuständig gewesen wären", verrät Ulrich Carow. Denn Entwässerungsgraben und Uferbereich befinden sich im Besitz der RAG Montan AG. Das war der erste Fehler. Der zweite war, dass man nicht mit der Reaktion der Anwohner gerechnet hatte. Die protestierten lautstark gegen die Entfernung der Querungsmöglichkeiten. "Wir haben dann die Flucht nach vorne angetreten und beschlossen, hier eine neue, sichere Brücke zu bauen", erklärt Ulrich Carow.

Dr. Michael Heidinger und sein Amtskollege Dirk Buschmann zeigen sich begeistert. "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört", sagt der Dinslakener Bürgermeister. Die mit der Brücke wieder hergestellte direkte Anbindung der Siedlung an das Erholungsgebiet der Tenderingsseen sei wichtig für die Stadt. "Ich finde es gut, dass wir das im Schulterschluss mit Hünxe gemacht haben. Zur Entwicklung der Region müssen wir zusammenarbeiten", betont Heidinger. Auch Dirk Buschmann freute sich über die Verbindung zwischen den Kommunen. "Man ist hier direkt den Interessen und Wünschen der Bürger gefolgt, und die Brücke wird sicher auch von Hünxer Bürgern genutzt werden, wenn sie nach Dinslaken möchten", sagt Buschmann.

Die Stahlkonstruktion ist elf Meter lang, anderthalb Meter breit und wiegt 6,5 Tonnen. Sie wurde am Stück ausgeliefert und eingebaut. Die Schwellen der Brücke bestehen aus Kunststoff. Die Materialauswahl soll eine lange Haltbarkeit der Brücke gewährleisten. Die Baukosten für die Fußgängerbrücke, die der Regionalverband Ruhr trägt, belaufen sich auf rund 70.000 Euro. Die Pflege, Unterhaltung und Verkehrssicherung rund um die neue Querung über den Lohberger Entwässerungsgraben übernimmt die Stadt Dinslaken.

Quelle: RP
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