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Voerde
Erste Hilfe für die Seele leisten

Voerde. In Dinslaken und Voerde gibt es vier neue Notfallseelsorger. Sie wurden jetzt in ihr Amt eingeführt. Von Florian Langhoff

"Vor der Ausbildung ist nach der Ausbildung", sagt Pastoralreferent Adolfo Terhorst, der Koordinator der Notfallseelsorger im Kreisdekanat Wesel bei seiner Ansprache an die "Neuen" im Team der Notfallseelsorge. In der evangelischen Kirche Spellen führt man 19 neue Notfallseelsorger in ihr Amt ein. Ein Jahr intensiver Ausbildung haben die ehrenamtlichen Ersthelfer für seelische Notfälle hinter sich gebracht. Für dieses Engagement in der Ausbildung gibt es schon vor der eigentlichen Amtseinführung einiges Lob für die neuen Notfallseelsorger. "Dieser Dienst ist eines der modernen Werke der Barmherzigkeit", lässt der Weseler Kreisdechant Stefan Sühling in seinen Grußworten, die Pfarrer Ralf Lamers überbringt, ausrichten.

"Erste Hilfe für die Seele leisten", ist die Motivation, die aus dem Kreise der neuen Notfallseelsorger als Hauptgrund für das ehrenamtliche Engagement angegeben wurde. In ihrer einjährigen Ausbildung lernten die neuen Notfallseelsorger dabei einiges. Natürlich Theorie, aber vor allem viel Praktisches: Sie lernten die anderen Notfalldienste im Kreis kennen, sammelten Praxiserfahrung und übten sich in Rollenspielen. So entstand über Lerngruppen und Fahrgemeinschaften schnell ein gewisser Zusammenhalt innerhalb der Gruppe.

Auch aus Dinslaken und Voerde treten vier Ehrenamtler ihren Dienst bei der ökumenischen Notfallsorge im Kreis Wesel an. Zu ihnen gehört Michael Roßhoff aus Dinslaken. "Mir war der Dienst an den Menschen wichtig und die Möglichkeit, ihnen zu helfen", erklärt der 52-jährige Kaufmann seine Motivation für das ehrenamtliche Engagement. Schon in der Ausbildung hat er einige besondere Momente erlebt. "Der erste Einsatz, den wir als Übung mitgefahren sind, war schon etwas Besonderes", berichtet er. Den damit verbundenen Adrenalinschub ist er aus seinem Job sonst nicht gewohnt. Weil sie selbst schon nach einem Unfall seelischen Beistand brauchte, hat sich Andrea Elis für die Notfallseelsorge entschieden. "Ich hoffe, dass ich auf diesem Wege etwas zurückgeben kann", sagt die 53-jährige Verkäuferin. Als Pflegedienstleiter des evangelischen Krankenhauses in Wesel hat Michael Nühlen täglich mit Menschen zu tun. "Mir geht es gut, und mir sind Katastrophen bisher erspart geblieben. Das ist ein Glück, von dem ich etwas zurückgeben möchte", erklärt der 59-jährige Dinslakener. Ihm hat die Ausbildung zum Notfallseelsorger, die er gemeinsam mit den anderen durchlaufen hat, schon gefallen. "Es gab schnell einen starken Zusammenhalt zwischen den Beteiligten".

Auch Annette te Reh-Pieper aus Dinslaken wird in Zukunft im Ernstfall unterwegs sein, wenn es um Hilfe für seelische Probleme geht. "Ich habe zwei gute Freunde, die mir von der Arbeit bei der Notfallseelsorge erzählt haben und ich fand diese Arbeit sehr wichtig", erklärt die 49-jährige Erzieherin ihre Motivation, sich in dieser Weise zu engagieren. Freude hatte sie schon während der Ausbildungszeit. "Die Treffen mit den Lerngruppen haben mir sehr viel Spaß gemacht".

Mit Dienstausweisen und Ausrüstung für den Einsatz verlassen die vier neuen Notfallseelsorger nach der Einführung die evangelische Kirche in Spellen. Ab jetzt könnte auch für sie der Ernstfall eintreten.

Quelle: RP
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